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NEW RELEASES



Dexter & Maniac - Raw Shit

RELEASE OF THE MONTH


Dexter sollte dem einen oder anderen ein Begriff sein. Er ist ein Demograffic, Teil des Wortsport-Camps und hat zusammen mit Jaques Shure Ende 2008 die LP „Schelle“ releast. Jungs und Mädels, die sich diesen Blog ab und zu geben, kennen Dex bestimmt, war doch sein Hi-Hat Club-Release („The Jazz Files“) Thema am Platz. Wer Maniac nirgends einordnen kann, dem geht’s wie mir. Habe auch erst dank seiner Zusammenarbeit mit Dex vom „Bayer, der auf Englisch reimt“, Notiz genommen. Nun haben Dexter & Maniac „Raw Shit“ veröffentlicht. Der Albumtitel bringt auf den Punkt, was die LP bietet. Raw Shit! Dex hat sich durch seine Plattenstapel gewühlt und Beats gebastelt, die direkt ins Genick gehen. Sein Sampling erinnert mich an Madlibs Abenteuer als Quasimoto. Aber Abklatsch sind die Beats mitnichten. Madlib deshalb, weil Dex das Ohr für das Sample, die Melodie hat und den Groove hat. Und seine Drumpattern killen. Wer ab und zu Freestyles kickt oder von sich denkt, er sei MC, der wird sich den Beats unweigerlich hingeben, wird das Verlangen versprühren, über die Beats seinen Rap zu kicken, wird nicht still sitzen können. Die Zunge zuckt. Für die lyrischen Ergüsse von Dex und Maniac gilt dasselbe, wie für die Beats.... straight Raw Shit. Nenn es Battlerap, nenn es Nonsense-Rap, nenn es wie du willst. Nein, deep sind die Texte bestimmt nicht, aber der Unterhaltungsfaktor ist hoch. Nicht zuletzt wegen dem Wechselspiel, dem Hin und Her der beiden Protagonisten am Mic. „Raw Shit“ hat Soul und den Funk, ist True School und Boom Bap, 1990 und 2010. Dexter & Maniac bedienen keine Standards, sondern gehen ihren Weg. Deswegen ist „Raw Shit“ fresh. Fresher als alles andere, was unlängst releast wurde.

Für „Raw Shit“ war kein Vinyl-Release geplant, aber vielleicht kommt er doch noch zustande, da der Ruf nach Schwarzgold von Tag zu Tag lauter wurde. Wer sich für „Raw Shit“ auf Vinyl interessiert, der tue dies kund. Infos zur Aktion „Raw Shit“ auf Vinyl gibt’s dort ->> http://www.wortsport.com/2010/08/17/dexter-maniac%c2%b4s-raw-shit-auf-schallplatte/ (copy/paste in neuen Browser)


www.wortsport.com


Release Date: 13.8.2010






Maxilla Blue - Volume 2

Asphate Woodhavet am Mic, Aeon Grey an Pads und Reglern und Touchnice an den Wheels Of Steele sind Maxilla Blue. 2008 dropten die drei ihr Debüt. Nun haben sie nachgelegt und mit „Volume 2“ den Nachfolger in reale und digitale Ladenregale gestellt. Der Longplayer ist auf Central Standard Records erschienen und featuret fünfzehn traditionelle Rap-Tracks, will heissen: Ein Sample ein Beat, versehen mit Raps und Cuts. Auch was die Sources der Samples betrifft, zeigen sich Maxilla Blue traditionsbewusst. So hat sich Beatbastler Aeon Grey ganz dem Soul und Funk verschrieben. All diesen Facts zum Trotz klingt „Volume 2“ nicht altbacken. Freshness definiert sich auch im Jahr 2.0 nicht über Synthesizer, Auto Tune und Club-Appeal, sondern wie eh und je über die Vibes. Kann man nicht anders, als mitzunicken und/oder zuzuhören, ist die Mission erfüllt. In diesem Sinne ist Maxilla Blues „Volume 2“ im wahrsten Sinne des Wortes fresh, ist doch weder der Mitnickfaktor noch das Zuhörenwollen von der Hand zu weisen. Die Tracks sind smooth und haben den Groove und der MC reimt nicht bloss, er erzählt. Maxilla Blue bewegen sich mit „Volume 2“ wie schon mit ihrem Erstling zwischen damals und morgen und nehmen den Hörer mit an den Ort, wo die Zeit still steht. Die Koordinaten des Dreigestirns aus Iowa liegen irgendwo zwischen denjenigen von Pete Rock und C.L. Smooth und den Juggaknots und Main Source und Oddisee.


maxillablue.wordpress.com/


Release Date: 12.8.2010






Trek Life - Everything Changed Nothing

Aufgewachsen in West Covina/LA beging Trek Life dieselben Jugendsünden wie viele Kids in den Vorstädten der Stadt der Engel. Während seiner Schulzeit fand er zu Rap. 2004 releaste er seine erste 12“, danach kam es zu Zusammenarbeiten mit Evidence und Rhettmatic. Im Mai 2006 droppte Trek Life sein Album-Debüt „Price I’ve Paid“, connectete mit Heads aus dem Okayplayer-Umfeld und schliesslich mit Washington DCs Finest Oddisee. Früchte dieser Zusammenarbeit sind zum einen das Projekt „New Money (Price I’ve Paid Oddisee Remixes)“, das im Januar 2009 veröffentlicht wurde, und zum andern die zweite Solo-LP von Trek Life, die von A bis Z von Oddisee produziert worden ist. Das Teil heisst „Everything Changed Nothing“, ist 12 Tracks stark und soll morgen Dienstag erscheinen. Eines schonmal vorweg: Das Tagteam Trek Life/Oddisee hat Grosses geleistet. Wer die Karriere des Mannes am Beat ein wenig verfolgt hat, weiss, was dieser zu leisten im Stande ist. Auf „Everything Changed Nothing“ vermag Oddisee seinen bisherigen Output gar zu toppen, indem er Trek Life Beats auf den Leib gebastelt hat, die den Mann am Mic zu Höchstleistungen angetrieben haben. Die Beats haben Soul, gehen ohne Umwege sofort in die Nackenpartie und dank funkadelicesker dreckig-verzerrter Westcoast-Synths auch straight in die Beckengegend, Golden Era 2.0 quasi. Oddisees Steilvorlagen verwertet der MC aus West Covina spielend, indem er seine Eindrücke in Geschichten verpackt und in entspannten Flows bündelt. So hatte ich während der knapp 45 Minuten Spielzeit nie den Drang, den Cursor auch nur in die Nähe des Skip-Buttons zu führen. Vielmehr hab ich mir die LP gleich nochmals zu Gemüte geführt. Gäb’s hier am Blog Sternchen oder Punkte für besprochene Releases, würden Trek Life und Oddisee dem Maxium sehr nahe kommen. (ruedi snare)


www.myspace.com/treklife


Release Date: 27.7.2010






Shawn Jackson - Brand New Old Me

Seit dem Release seines Debüts „First Of All...“ auf Tres Records sind nunmehr zwei Jahre durch die Lande gezogen. Die New Jack Hustle-LP (zusammen mit Newman/Giant Panda) folgte ein Jahr nach dem Solo-Debüt. Nun legt Shawn Jackson nach und veröffentlicht heute seine zweite Solo-LP „Brand New Old Me“. Wer die Messlatte bei seinem Debüt so hoch zu legen vermag, wie dies Mr. Jackson zustande brachte (hier stehen keine Verkaufszahlen zur Debatte, fühlt sich der MC aus LA doch der Artform und nicht blossen Verkaufsargumenten verpflichtet), sieht sich beim Release des Nachfolgers mit dem Problem des Niveauhaltenkönnes konfrontiert. Manch einer ist dieser Problemstellung nicht Herr geworden und daran zerbrochen bzw. an sich selber gescheitert. Wer nun den Titel des neuen Longplayers diesem Problemfeld gegenüber stellt, könnte auf den Gedanken kommen, Shawn Jackson habe sich möchglicherweise für dahingehende Kritiken schon in Stellung gebracht und die Ausrede(n) im Köcher. Ungefähr so ist es zumindest mir ergangen, als ich die Pressemappe erhalten habe. „Brand New Old Me“ bedeutet ja schliesslich nichts anderes als „Ja, das bin immer noch ich aber eben anders“. Und genau dieses Motto hat Shawn Jackson in die Tat vertont, mit tatkräftiger Unterstützung der Herren an den Pads, Tasten und Reglern (K-Salaam, Beatnick, Astronote, Cook Classics, Cloud, Beat-Maker-Beat, Ro Blvd, Mr. Brady, Tony Ozier, MNDSGNK, Knxwledge und Jordan Rockswell). Dominierten auf „First Of All...“ noch Samples das Soundbild, so sind es auf der neuen LP Synthesizer. Mood und Delivery sind aber immer noch nichts als Shawn Jackson wie er leibt und lebt. „Brand New Old Me“ eben. Und wer nun denkt, Synths hätten kein Soul, der irrt gewaltig. Denn was die Producer auf „Brand New Old Me“ draufgepackt haben, ist nicht als Soul. Und wer darüber hinaus denkt, die Producer-Liste sei schlicht zu lang, um ein in sich geschlossenes Werk zu gestalten, irrt ebenso. Dies liegt wohl auch an Shawns Vision beim Beats picken. Was der Mann am Mic kann, ist sowieso unbestritten. So ist er nicht einer jener, die bloss Reim an Reim hängen, sondern einer jener, die Geschichten erzählen und die Hörerschaft mit in ihre Welt nehmen. Shawn Jackson schafft dies auf „Brand New Old Me“ für genau 53 Minuten und 26 Sekunden. Und jetzt ratet mal, wie lange die gesamte Spielzeit des Albums beträgt... (ruedi snare)


www.myspace.com/shawnjackson


Release Date: 27.7.2010






KenLo Craqnuques - Brun

Ende 2007 veröffentlichte der Somaliakanadier KenLo Craqnuques mit „Noir“ das erste Kapitel seiner Beat Tapes. 2008 folgten „Mauve“ und „Bleu“ und ein Jahr darauf „Orange“ und „Rose“. Im April 2010 erschien die Error Broadcast-EP „Cailloux Germés“. Vor einer halben Woche hat KenLo wieder ein farbiges Beat Tape zum Download freigegeben. Das Teil heisst „Brun“, ist 17 Beats stark und geht wunderbar ins Genick. KenLo geht seinen eigenen Weg, irgendwo zwischen deren von Dilla und Flying Lotus. Mal quirlige Synths, mal wuchtige, die Drums hinken, manchmal stocken sie, und die Samples sind so geschnitten, wie es andere nicht können oder wagen. KenLo nimmt „Brun“-Hörer mit auf seinen Weg. (ruedi snare)


kenlocraqnuques.bandcamp.com/album/brun


Release Date: 20.7.2010






Moe Green - Rocky Maivia: Non Title Match

Die Michelle von Audible Treats hat mich schon vor mehr als einer Woche auf Moe Greens Netz-LP „Rocky Maivia: Non Title Match“ aufmerksam gemacht. Und weil die Tipps der Michelle eigentlich immer Greyerzer Doppelrahm sind, hab ich mir das Teil auch gleich auf den Rechner gezogen. Was soll ich sagen... die Michelle ist echt eine Gute! Die LP ist wirklich Greyerzer Doppelrahm. Beats fresh, Raps fresh, alles fresh, und erst noch gratis. Man surfe einfach zur virtuellen Zapfsäule, docke an und sauge. Alsdann führe man sich die 17 souligen Tracks zu Gemüte. (ruedi snare)


moegreen.bandcamp.com/album/rocky-maivia-non-title-match


Release Date: 15.7.2010






The Roots - How I Got Over

And they did it again... Eben haben die Mannen um Mastermind ?uestlove und Poet Black Thought eben ihr nunmehr neuntes Studioalbum veröffentlicht. „How I Got Over“ haben sie es genannt. Wer die Nadel in die Rille legt, wird schnell begreifen, wie sie es wohl gemeint haben könnten. Der Mood der Roots-Tracks 143 bis und mit 156 ist in keinster Weise mit deren Vorgängern zu vergleichen. Erdiger und lauter waren „Rising Down“ und „Game Theory“. „How I Got Over“ ist smooth. So smooth wie selten was anderes seit Dillas Ableben. So smooth wie es heute in Sachen Beats nur noch die Japaner und Kev Brown sind. Smooth wie Hip Hop Mitte der 90er. Rücksichtslos smooth, auch auf die Gefahr hin, dass die Jugend 2.0 gar nicht weiss, was smooth überhaupt bedeutet. The Roots sind dahingehend kompromisslos wie eh und je. So beginnt die LP nicht mit einem Kracher, sondern mit einem ruhigen Intro. Dann folgt der Track „Walk Alone“, wo ?uesto sich erdreistet, die Snare nicht auf die Zwei und die Vier zu setzen und Black Thought und Dice Raw aktuelle gesellschaftliche Standards hinterfragen. Und genau in diesem Stile geht’s dann weiter. Nicht die üblichen Synth-Sounds, sondern Piano und Rhodes. Keine Claps, sondern Snare. Keine hektischen und zu laute Hats. Kein Autotune. Weder Ich-Bin-Cooler-Als-Du-Raps noch Ich-Bin-Böser-Bube-Images. Auf „Hustla“ gibt’s nur die Persiflage davon. All die andern Tracks haben Gehalt, wie es sich heute nicht mehr gehört in der Szene. Die Raps sind deep, auch wenn deepe Raps heute wohl uncool sind und gar nicht verstanden werden (wollen). So ist „How I Got Over“ sowas wie der Gegenpart, das Ego zwischen all den Alteregos in Tagen wie diesen. Der ruhige Moment in rastlosen Zeiten. (ruedi snare)


theroots.com


Release Date: 22.6.2010






ThinkLoud - Droppin’ Mirrors

ThinkLoud ist Netzwerk und Label, das die Visionen von Musikern und Grafikern bündelt. Auf der Webpage der Interessengemeinschaft gibt’s Infos zu den Köpfen hinter der Vision, die für die musikalische Komponente von ThinkLoud stehen. Einer derjenigen welcher ist der Soundtüftler Stroe. Eben dieser Stroe hat für das aktuelle ThinkLoud-Release „Droppin’ Mirrors“ bis auf drei Ausnahmen (Fid Mella, The Unknown und Portformat haben je eine Produktion begesteuert) alle Beats gebastelt. Insofern erstaunt es doch fast ein wenig, dass „Droppin’ Mirrors“ nicht Stroe, sondern dem Grossen Ganzen gut geschrieben wird. Sei’s drum, spielt ja keine Rolle, was die vorhandenen Qualitäten des Albums betrifft, gibt’s schliesslich keine Abstriche zu machen. Und das ist ja bekanntlich das, was zählt. „Droppin’ Mirrors“ kommt frisch und unverbraucht daher, begeht keine ausgetretenen Pfade, sondern den eigenen Weg. Die Beats sind Hip Hop, Electronica, Funk und Soul. Manchmal auch Jazz. Mal spährisch gedankenverloren, mal straight genickbrecherisch. Manchmal auch beides. Die Damen und Herren am Mic - die einen aus dem eigenen Umfeld, die andern von drüben vor oder nach deren Deutschland-Gig vors studioeigene Mikrophon verfrachtet - tragen ihres zum guten Gelingen des Projekts „Droppin’ Mirrors“ bei. Zugegeben, der eine oder andere Track ist für mein Empfinden dann doch ein wenig zu out of this world, oder eben out of my world. Perlen wie die Tracks „Girl“ (!!), „City Lights“ oder „2 Seconds“ wiegeln dieses Ungleichgewicht spielend wieder auf. (ruedi snare)


www.thinkloud.de


Release Date: 18.6.2010






V.A. - Puzzles

Twit One schert sie um sich, die Cratedigger und Loophunter aus seinem Umfeld. MPM, Dakkord, UpMyAlley, Entourage, SpokenView. Der Fixstern ist Köln. In dessen Umlaufbahn befinden sich Berlin, Duisburg und Oxnard. Der gemeinsame Nenner ist die Liebe für Crates und Pads. Sechszehn Bastler haben ihr Puzzle zusammengezimmert. Also eigentlich sind’s ja deren fünfzehn. Die Herren Hodn und Uno sind dank dem Tagteam Testiculo Y Uno je zweimal am Start. Alle andern haben für die Beat-Collage unter der Federführung des FEX-Bassisten und Beatbaslters aus Köln je ein Puzzle beigesteurt. So entsteht aus sechszehn kleinen Puzzles ein grosses. Die Protagonisten haben sich für die Beats über ihre staubigen Plattenkisten und ihre Sequenzer hergemacht. Das Resultat lässt sich durchaus als Zeitreise bezeichnen, finden sich auf „Puzzles“ doch Sounds sowohl aus den 30ern als auch aus den 80ern. Und rechnet man die Vocal-Cuts von ODB noch auf, sind auch die 90er mit am Start. Was das Spektrum der Beats betrifft, gibt’s mal mehr Soul (Retrogott), mal mehr Funk (Hulk Hodn), da mehr Blues (V. Raeter), aber meist mehr Jazz, da klassisch (KanKick), und dort free (Hubert Daviz). Und das Drumset ist hier Boom-Bap (Mr. Boots) und dort Avantgarde (Tobrock). Resultat dieser Puzzlerei ist ein gut vierzig Minuten langes grossartiges Hörspiel ohne Worte (blendet man die Vocal-Cuts mal eben aus).
„Puzzles“ erscheint am 11. Juni auf Augenringe Unter Dem Dritten Auge Records und wird von MPM vertrieben. Die Vinyl-Auflage ist auf 500 Stück limitiert. (ruedi snare)


mpmsite.com/?area=records&view=detail&id=697


Release Date: 16.6.2010






Semantik - Molotow

Semantik hat Soul. Definitiv. Sema hat Leidenschaft, ist Feuer und Flamme für Rap und die Message dahinter. Sema leidet und kämpft. Kompromisse machen andere. Ein Blatt vor den Mund nimmt Sema nicht. Lieber tritt er der Gesellschaft verbal in die Eier, hält der Masse den Spiegel vor und scheut sich nicht, auch selbst hinein zu schauen. Semas Rap ist State Of The Art und Klassenkampf, hat Pathos und Style. All dies macht den MC aus Zürich zu einer Ausnahmeerscheinung in der hiesigen Szene. Semas neuer Longplayer heisst „Molotow“. Ob das Album nun mehr Wjatscheslaw Michailowitsch als Cocktail oder umgekehrt ist, sei jedem selbst überlassen. Fakt ist, dass „Molotow“ zwölf Tracks starkes Kopfkino ist. Die Mehrheit der Szenarien sind düster und dreckig. „Molotow“ mit Hoffnungslosigkeit gleich zu setzten, wäre hingegen falsch, lebt das Album doch eher von der Wut und Kampfgeist. Und wer Wut empfinden kann und Kampfgeist beweist, der hat auch Hoffnung. Das eine setzt das andere voraus. So hat denn das Album mit den Tracks „Engel Vo Züri“ und „Ich Will“ auch ihre helle Seite. Hoffnung eben. Den grossartigen, sehr abwechslungsreichen Soundtrack zu Semas Kopfkino geht auf die Konti der Herren TZA, Sad, Ryo und Ripa. Beat und Rap passen auf jedem der Songs wie die Faust aufs Auge. So tragen die Beatbastler ihres dazu bei, dass es Sema einmal mehr wie kein zweiter versteht, seine Wahrnehmung und Gefühlswelt in authentischen Rap zu verpacken, was „Molotow“ zu einem Highlight einheimischer Releases macht. (ruedi snare)


www.myspace.com/semantik01


Release Date: 11.6.2010






Breitbild - Was Für A Moment

Seit zehn Jahren machen die Jungs zusammen Musik. Vor acht Jahren erschien ihre Debüt-EP. Bis heute hat Breitbild verschiedene Erfolge verbuchen können. Der letzte war die doppelte Ehrung für ihren Clip zum Track „Nacht“ (Solothurner Filmtage und EDI.09). Und als Live-Act haben Breitbild weit über Szenekreise hinaus für Aufsehen gesorgt. Am 28. Mai ist ihr viertes Studioalbum erschienen. „Was Für A Moment“ heisst das Teil. Viel Zeit und Herzblut haben Andri, Vali, Claudio, Thom und DJ Jäger in das Album investiert, vielleicht sogar ein bisschen mehr als bei den anderen vier Werken, könnte doch „Was Für A Moment“ das letzte Breitbild-Album sein. Nicht, dass sie keinen Bock mehr auf Rap oder sich ihre Wege getrennt hätten. Nur ist es so, dass die Wege eben länger sind und die Zeit knapper ist als damals. Vielleicht ist dies auch mit ein Grund dafür, dass „Was Für A Moment“ zwar eine Momentaufnahme, in gleichem Masse aber auch eine Retrospektive ist. Kern eines jeden Songs ist ein unverwechselbares Gefühl, das umschrieben und vertont wurde. Neben der Sprache spielen Sequenzer und Drumcomputer noch immer eine Hauptrolle. Aber Live-Instrumetierung ist nicht mehr nur für die Bühne bestimmt. So ist die Snare nicht immer ein Tab und der Bass nicht immer ein Loop. Und ein Sreicherquintett wurde bei den Studioaufnahmen auch miteinbezogen. „Was Für A Moment“ klingt organischer, vielseitiger und reifer als frühere Aufnahmen. Die Arrangements sind ausgefeilt, die Sounds warm, mal soulig, mal funky, da spährisch, weiträumig, dort fokussiert. Fokussiert auf den Moment, weil der Moment zählt. Oder um es mit einer Zeile aus dem Titeltrack zu sagen: „Was für a beschissani Zyyt, was für a schöna Moment“. (ruedi snare)


www.breitbild.com


Release Date: 28.5.2010






Hubert Daviz - Proceduri de Rutina

Hubert Daviz?! 1986 kam der gebürtige Rumäne im Alter von fünf Jahren nach Deutschland. Seit nunmehr gut sechs Jahren hantiert er mit Sampler, Synthesizer und Drumcomputer. Er war Teil der UpMyAlley-Beatnick-Releases, steuerte im vergangenen Jahr einen Beat zur „Zitate“-EP der Herren Hodn und Huss bei und ist mit einem Beat auf Shuanises aktueller 7“ am Start. Nun folgt der nächste Streich. Eigentlich war ein offizelles Release zumindest im Anfangsstadium des Projekts, dessen Basis und Loop- und Soundschnipsellieferant rumänischer Jazz ist, gar nicht vorgesehen. Die Erkenntnis, man müsse die EP als ein Offizialdelikt inklusive limitierter Auflage Schwarzgold ahnden, reifte erst gegen Ende des Produktionsprozesses. Dies aus gutem Grund, ist „Proceduri de Rutina“ doch ein noch nie dagewesenes Abenteuer für weltoffene Gehörgänge. Jedes Stück auf der EP spielt im eigenen Kosmos, ohne dass das grosse Ganze Gefahr liefe, in sich zu zerfallen. Als einen Mindtrip würden die Kollegen aus Übersee die Beatcollage von Herrn Daviz wohl betiteln, deren Koordinaten irgendwo zwischen den Welten von Dilla, Flying Lotus, Ras G, Richard Waldemar Oschanitzky, Duke Ellington und Dizzy Gillespie liegen. Die Tracks haben, so werd ich den Eindruck nicht los, mal mehr Bodenhaftung und mal weniger, ohne den Wurzeln den Nährboden zu entziehen. „Proceduri de Rutina“ erscheint am 28. Mai auf Melting Pot Music. Für das Artwork ist unser aller Liebster Rober Winter verantwortlich. (ruedi snare)


www.mpmsite.com/?area=records&view=detail&id=694


Release Date: 28.5.2010






Flip - Umberto Ghetto

Nachdem die Herren Huckey und Skero (von Texta) im vergangenen Jahr ihre eigenen Projekte verwirklichten, hat nun auch Flip sein Solo-Debüt veröffentlicht. Dabei hat er alles in Eigenregie auf die Beine gestellt, sowohl Beat als auch Rap. Dabei agiert Flip als Umberto Ghetto, in Anlehnung an einen der grössten Denker Europas, den italienischen Philosophen, Litaraten und Medienwissenschaftler Umberto Eco und an die Ursprünge von Hip Hop und Rap in der South Bronx. „Umberto Ghetto“ ist auch der Titel der LP. Die Produktionen auf dem Album sind nicht die heute üblichen immergleichen Synthesizer-Breitseiten, sondern liebevoll zusammengekleisterte Klangcollagen. Flip hat sich auf der Suche nach dem Loop wohl förmlich durch seine Plattenkisten gegraben, ehe er am Sequenzer und Drumcomputer das Puzzle zusammengesetzt hat. So vermögen die Beats auf „Umberto Ghetto“ dank da bittersüssen und dort zuckersüssen Soul-, Funk-, und Disco-Samples aus den 70ern auf ganzer Linie zu überzeugen. Flip vermag aber nicht nur am Beat zu überzeugen, auch sein Rap vermag dank starker Bilder und ehrlicher Ansage zu fesseln., sei es Kulturkritik („A&O“ und „Originality“), Selbstreflektion („Leere Versprechen“, „Unter Hypnose“ und „Ich bereue nichts“), Gesellschaftskritik („Alles wahr“, „Politrix“ und „Ratlos“), Battlerap („U.M.B.E.R.T.O G.H.E.T.T.O“, „Schwindelfrei“ und „Problem“), Szenekritik („Hundat Pro“ und „Ghetto?“), eine Ode an die Ursprünge („Back To The Old School“) oder Storytelling („Geh Heim“). Flips Solo-Debüt ist reich an Moods, hat für jede Stimmung mindestens einen Track am Start – sei es für Kopf, Genick, Herz, Bauch oder Hüfte – ohne dabei das grosse Ganze zu untergraben.


flip1.bandcamp.com/album/umberto-ghetto


Release Date: 28.5.2010






Brenk X Fid Mella - Hi-Hat Club Vol. 4: Chop Shop

Hi-Hat Club, Klappe, die Vierte! Von der Homebase Köln aus trat der Club unlängst die Reise Richtung Berlin an, um dann nach Heilbronn weiterzuziehen und nun einen Zwischenstopp in Wien einzulegen. So schraubten nach Testiculo Y Uno (Hulk Hodn und Twit One), Suff Daddy und Dexter für die vierte Auflage des Clubs die Herren Brenk (Teil des Supercity-Kollektivs) und Fid Mella an den Reglern. Resultat sind zwei Mal zwölf soulig warme, samplebased Beats, die von dreckigen Drumloops getragen werden, da und dort mit 80ties-liken Synthesizern angereichert worden sind und nicht nur Curtis, Al und Ray, sondern auch The Doors und Moody Blues in Hinterköpfen wiederbeleben. Sich dem Mitnicken entziehen zu wollen, ist ein schier unmögliches, nicht zweckgerechtes Vorhaben. „Chop Shop“ ist der Mindtrip schlechthin und nach Dillas Donuts mit die beste Soundcollage, die man mit Hilfe eines Plattenspielers, ein paar alten Scheiben, eines Sequenzers und mit Minimoog oder Microkorg zusammenbastlen lässt. Dicke Respekt und Shout Out nach Wien! (ruedi snare)


http://mpmsite.com/?area=records&view=detail&id=692


Release Date: 14.5.2010






Stereosopha - Bivalents Canapé

Dass auf „Bivalents Canapé“ weder Standardphrasen gedroschen noch gängige Rap-Klischees bedient werden, lässt schon der Albumtitel erahnen. Stereosopha gehen ihren eigenen Weg. Fern ab von Stereotypen und längst ausgetreten Pfaden erzählen Hille und Heer Geschichten, wie sie nur das Leben selbst zu schreiben imstande ist, da mit einem Schmunzeln auf den Lippen, dort mit ernster Miene. So ist die direkte und ehrliche Art der beiden Mannen an den Mikrofonen eine grosse Stärke und zugleich das Fundament für den Abwechslungsreichtum an Themen und Stimmungen des Debüts von Stereosopha. Gleiches wie für den Rap gilt auch für die Beats von Plasticgold, die fern ab jeglicher Normen Genregrenzen verschwimmen lassen und Zero MZ und Mic Heer die perfekte Steilvorlage liefern. Auf „Bivalents Canapé“ gibt’s mit lediglich zwei Ausnahmen 100% Schaffhauser Schaffen aufs Ohr. Die zwei Ausnahmen, die die Regel bestätigen, sind das Feature von Agg Prod. (Bayrischer Dailekt) sowie ein Skit mit DRS 3-Moderator Mario Torriani am Mic.
Dieser Skit ist natürlich nicht das Kaufargument schlechthin, sondern nur das I-Tüpfelchen auf einem Album, wie es die Schweiz bis anhin noch nicht zu Gehör bekommen hat. (ruedi snare)


www.sopharecords.ch/stereosopha/sound.html


Release Date: 10.5.2010






Circle Research - Gardiner Express

Nik und Gil sind Circle Research. Angefangen hat alles in ihrer Heimatstadt Toronto, wo sie in Clubs ihre Scheiben spielten. Noch heute – seit mehr als fünfzehn Jahren – tingeln die beiden mit ihren Crates (vormals analog, heute digital, wie mittlerweile (fast) alle andern) durch die Nachtlokale. Nur der Radius hat sich massiv ausgeweitet. Das Duo ist aber nicht beim DJing geblieben. Bald schon haben die beiden eigens produzierte Mash-Ups und Remixes in ihre Sets gepackt. Und vor zwei Jahren haben Circle Research auf MPM ihr Mixtape-likes Album „Who?“, auf dem sie 30 Jahre Sampling im Zeichen von Hip Hop Revue passieren liessen, veröffentlicht. Im April nun haben Circle Research ihre zweite LP nachgelegt. Das Teil ist auf Urbnet erschienen (leider nur in digitaler Form) und featuret 17 Tracks. Der Albumtitel „Gardiner Express“ ist eine Hommage an ihre Heimat und Jugend und die Sounds eine Ode an Georges Clintos P-Funk, an Afrika Bambaataa und Egyptian Lover, Kraftwerk, an analogen 80er-Jahre-Discofunk, Westcoast-Synthes und nicht zulezt an Dilla. Nun, die Ode an Dilla wurde den beiden Nerds aus Toronto schon vor zwei Jahren unterstellt, wer sich „Gardiner Express“ anhört, wird wohl verstehen, weshalb ich Dilla auf diesem Album als präsenter empfinde als noch auf dem letzten. Freilich gibt’s am Gardiner Expressway keine Donuts, aber die Drums hinken dann und wann beinahe so schön wie bei James. Alles in allem ist „Gardiner Express“ eine Art Zurück-in-die-Zukunft für alle Discolokale. Ja, dank Acts wie Dãm Funk oder eben Circle Research ist Hip Hop heute wieder tatsächlich tanzbar.


thecircleresearch.bandcamp.com


Release Date: 22.4.2010






Damu The Fudgemunk - How It Should Sound

Realkeeper, Rucksackträger und Cratedigger sind in Tagen wie diesen wohl Bezeichnungen für Typen, die von hippen Istzeithoppern eher in Sanatorien, Klapsen oder Altersresidenzen eingewiesen würden, als dass sie Geld für deren Releases auf die Theke legten. Wer geht denn noch für analog, wenn\\\\\\\'s doch digital funktioniert. Und was bitte ist Vinyl?! Damu The Fudgemunk ist einer dieser Hängengebliebenen, der auf der Suche nach dem Sample noch in Kisten wühlt und sich nun erdreistet, seine Beats auf Plastik zu bannen. Und dann nennt Damu dieses Album auch noch stinkfrech „How It Should Sound“. Digga, wir schreiben das Jahr 2010!!

Ja, wir schreiben das Jahr 2010 und es ist Balsam für die Seele, dass es noch Nerds wie eben Damu, The O.X.-Entourage um Kan Kick, Madlib und Oh No, Audible Doctor und Fat Beats, Kev Brown und Low Budget, Oddisee und Brüder im Geiste in Frankreich (J-Zen, Mister Modo, Oogo, Quetzal, Onra und andere) und in Deutschland und Österreich (Shout Out an den Hi-Hat Club feat. Hulk Hodn, Twit One, Suff Daddy, Dexter, Brenk und Fid Mella, wie auch an Szenario und andere) gibt. Und hier im Ländle ist Sterneis noch am basteln (wir warten auf den Nachfolger zu „Mosaic“).

Nun aber zurück zur Sache, zu Damu und seinem Longplayer „How It Should Sound“. Das Album featured 27 Tracks, auf dem Vinyl-Release gesplittet auf zwei Scheiben (Vol. 1 + 2). Die Beats sind zwischen 2003 und 2007 entstanden. Auf „How It Should Sound“ knistert’s und „chroost’s“ und knackst’s, wie es das auch darf, wenn man in staubigen Kisten nach Loops gräbt. „How It Should Sound“ ist Jazz und Funk, vor allem aber Soul. Wer nun gerne wüsste, wie denn das wohl klingt, der kann sich auf Damus Bancamp-Page einen Auszug in Form einer 6-Tracks umfassenden EP gratis auf den Rechner saugen. (ruedi snare)


www.myspace.com/damuthefudgemunk


Release Date: 13.4.2010






Suff Daddy - Gin Diaries

Menschmeier, da brat’ mir doch einer ’nen Specht, he’s back, obschon er nie weg war. Er hat den Groove im Blut, die Sportzigarette im Mundwinkel, die linke Hand am Sequenzer und die rechte am Glas. Die letzte Konsequenz dieser Eigenschaften ist des Suff Daddys neuster Streich, die „Gin Diaries“. Er torkelt und schlendert durch seine Soundwelten, ohne auf die Nase zu fallen, receycelt Loops und spielt auf Midi-Synths. Und manchmal lässt er auch eine Stimme mit seinen Babies turteln. So geben sich die Soulbrüder Miles Bonny und Mar und die Soulschwestern Fleur Earth und Marima auf „Gin Diaries“ die Ehre und auch Funkbruder Jim Dunloop darf mal ran. Die „Gin Diaries“ sind dreizehn Episoden ausm Leben des Beat Mack Daddys aus Suff City. Laidback, soulgeschwängert, jazzverliebt und midifunky sind die Stücke auf dem Album, dessen Sounds Deezys Gespür für smoothe Kopfnicker einmal mehr eindrücklich untermauert. Das offizille Releasedate der „Gin Diaries“ ist der 16. April. Im Onlineshop wird die LP schon übermorgen (09. April) feil geboten. (ruedi snare)


mpmsite.com/?area=records&view=detail&id=690


Release Date: 9.4.2010






Dabu Fantastic - Discochugle

Ziemlich genau ein Jahr ist vergangen, seit Dabu (The Songwriter), Djohn (The Arranger) und DJ Arts (The Plattenkratzer) ihr Debüt „Agglo Disco“ veröffentlicht haben. Und schon legen Dabu Fantastic nach und releasen ihren Zweitling „Discochugle“. Wie schon der Albumtitel verrät, knüpft der zweite Longplayer dort an, wo der erste geendet hat. Die Tracks sind immer noch Disco und die drei Typen immer noch Funk. Dabu ist immer noch mit Klampfe unterwegs und der Horizont immer noch weit. Dabu puncht immer noch szeneuntypische Lines und präsentiert seine nicht makellosen Sangeskünste. Die Beats sind immer noch Kick, Snare, Clap und Hat und die Melodien immer noch Sequenzer, Saiten und Tasten. Was aber den Horizont auf „Discochugle“ im Vergleich zum Vorgänger nicht unwesentlich weiter erscheinen lässt, sind Frauenstimmen und Blech. So unterstützen Jessica und Valerie Dabu mit ihren Stimmen und Aurel, Matthias und Xavier erweitern die Fantastischen Sounds um die Dimensionen Horns, Trompete, Posaune, Saxophon und Querflöte. Diese zusätzlichen Gimmicks machen Dabu Fantastics Funk noch funkier. Aber Dabu Fantastic und ihre „Discochugle“ ist ja nicht nur funky wie der Titeltrack. „Discochugle“ ist auch Sixties Soul gepaart mit Wili Schmids „Make It Clap“-Rhythmen („Fantastic Aso“), scharlachroter Büne-Soul („Min Ort“), bittersüsser Beziehungskitsch („Ma Chérie“), rauchiger Whiskey-Bar-Jazz („One Way Ticket“), kopfnickig-augenzwinkerndes Product Placement („Jedä Hät Än Mac“), eskapadesker Swing mit Esther („Tanz Im Chreis“) oder Offbeat-Gesellschaftsatire („Usgässe“), um nur ein paar Facetten des Albums heraus zu streichen. Langweile mag nicht aufkommen, hört man sich das Album an. Höchstens der Track „Mini Schuld“ fällt gegenüber dem Rest dann doch ein wenig ab und lässt den Skip-Finger zittern. Ansonsten ist „Discochugle“ vielseitig, ungezwungen und gut für Überraschungen. Dies trifft sowohl für die Musik wie auch für die Texte zu. Gerade deshalb ist Dabu Fantastic der Act aus der Sparte Rap und Hip Hop, die das Potential haben, den heimischen Musikmarkt von unten her aufzurollen. Ob sich die Jungs – wie ich dies tue – auch in die Hip Hop-Ecke stellen bzw. ihre Wurzeln dort sehen (sind doch Rap, DJing und Sampling zentrale Bausteine ihres Schaffens), ist eine andere, wohl nebensächliche Frage. Und wieder eine andere Frage ist, ob die Fantastischen Drei trotz ihrer Affinität zu Funk, Soul, Blues, Reagge und Pop bzw. der Verarbeitung verschiedenster Einflüsse von der per Definition eigentlich offenen, in Tat und Wahrheit aber meist engstirnigen Subkultur noch zu den ihren gezählt oder geächtet und ausgegrenzt werden. (ruedi snare)


dabufantastic.ch/blog/


Release Date: 1.4.2010






Madlib - Medicine Show #3: Beat Konducta In Africa

Er hat es wieder getan. Madlib ist der Beat Konducta. Er digt in staubigen Kisten und in Regalen nach Samples. Hat er eins gefunden, gibt’s ein Drumset drüber und vielleicht noch ne Bassline drunter und fertig ist das Teil. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht (Shout Out an Peter Lustig!). Denn zum einen gräbt der Madlib Loops aus, die man zuvor noch nicht gehört hat, und manchmal legt er ja doch auch noch’n bisschen Hand an und zupft an dem Teil herum. Des Beat Konductas neueste Entdeckungsreise führte ihn nach Afrika. Auf der Suche nach verborgenen Musikschätzen des Schwarzen Kontinents schränkte sich Madlib nicht stur auf traditionelle Klänge und Afro-Funk à la Fela Kuti ein, sondern schöpfte, was die musikalische Vielfalt Afrikas betrifft, aus dem vollen. Ausserdem hat Madlib den eh schon hohen Gehalt an Message der Beats mittels Einflechten von Vocal-Samples und Zitaten noch gesteigert. „Medicine Show #3: Beat Konducta In Africa“ ist 37 Beats stark (die Special Edition ist gar 43 Beats dick). Langeweile mag beim Durchhören der LP nicht aufkommen, dies obschon ich dachte, ich hätte schon alles gehört, was die Verrückte Lippe aus Oxnard an Beats ausm Sequenzer zaubern kann. Dem ist aber nicht so. Und wer denkt, „Madlibs kleiner Bruder Oh No war ja eben erst in Afrika unterwegs („Ethiopium“), wieso muss der Beat Konducta denn auch noch?“, dem sei gesagt, dass sich die beiden Alben in keinster Weise in die Quere kommen.
Fazit: Diejenigen welchen, die Madlib bis anhin nicht mochten, mögen ihn wohl nach dem dritten Teil der „Medicine Show“ noch immer nicht. Diejenigen welchen, die ihn schon vorhin mochten, werden ihn wohl noch immer mögen, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als zuvor. Bleibt also nur die Frage, ob der Beat Konducta all die Unentschlossenen bzw. diejenigen, die bis heute noch gar nicht(s) von ihm gehört haben, auf seine Seite ziehen kann oder eben nicht. (ruedi snare)


www.stonesthrow.com/store/album/madlib/madlib-medicine-show-no-3


Release Date: 25.3.2010






Ron Contour & Factor - Saffron

Er ist Rap’s Busiest Bee. Seit 1995 hat er weit über 40 Solo-Releases (LPs, EPs, 12“es, Mixtapes, etc) rausgehauen. Bis 2002 war der Mann aus Vancouver inoffizielles Mitglied der Swollen Members. Danach war er gut zwei Jahre mit an Bord der Crew, um sich 2005 wieder vom Kollektiv zu verabschieden. Man sagt, er habe einen Cousin, der sich Ron Contour nenne. Aber dieser Cousin ist nichts weiter als ein Alterego. Die Rede ist von Moka Only aka Ron Contour. Moka Only hat zusammen mit Factor (Beats) eben erst die dritte LP als Ron Contour (Raps) veröffentlicht. Die Scheibe heisst „Saffron“ und ist 12 Tracks stark. Die Tracks klingen nicht, wie Tracks 2.0 klingen sollten. Moka Only und Factor machen keine Konzessionen ans Spiel. Und das ist mehr als nur gut so, denn gäbe es keine Querdenker wie Moka Only und auch Factor, würde das Rap-Game wohl schon in der eigenen Pisse ersaufen. Die Beats haben Soul und sie haben Blues. Moka aka Ron greift diese Attribute in seinen Lyrics auf und packt seine Raps auf die Beats, wie es passender nicht ginge. Das Resultat ist ein Longplayer, den man sich problemlos am Stück geben kann. Dies ist eine Stärke, die den meisten „modernen“ Releases abgeht. Nein, „Saffron“ ist nicht tanzbar, was Standards 2.0 betrifft, auf „Saffron“ gibt’s Sounds fürs Wohnzimmer oder rauchige Bars. „Saffron“ ist ein Album, das es in Tagen wie diesen mehr den je braucht, um Rap und Hip Hop mit Spirit zu versorgen, auf dass nicht alles nur noch Fassade wie schlechte TV-Spots, MTV Cribs und Marken-Sweaters sei. (ruedi snare)


www.fakefourinc.com


Release Date: 23.3.2010






Dexter - Hi-Hat Club Vol. 3 - The Jazz Files

Hulk Hodn, Twit One und Suff Daddy haben vorgelegt, nun zieht Dexter nach. Mit dem Beatbastler aus dem Schoss des Wortsport-Kollektivs an Decks und Sampler geht der Hi-Hat Club in die dritte Runde. Der Albumtitel „The Jazz Files“ lässt keine Fragen offen, wohin die Reise wohl gehen möge. Im Opener „The Future“ kommuniziert Dex per Vokalschnipsel den Anspruch, mit seinen „Jazz Files“ die Zukunft des Jazz aufzuzeigen. Es steht nun jedermann frei, wie viel Augenzwinkern, Selbstbewusstsein oder Überheblichkeit er in diese Aussage hinein interpretieren möchte. Ich entscheide mich für das Augenzwinkern, was Dexters Files aber nicht unter den Scheffel stellen soll. Denn was der Mann aus Heilbronn während der gut 36 Minuten Spielzeit aus den Speakern zu zaubern vermag, ist deren Membrane mehr als würdig. Schon mit dem Opener gelingt es Dexter, mich mit auf seine Reise zu nehmen. Ja, die „Jazz Files“ haben Groove. Die „Jazz Files“ sind smooth. Und diese Smoothness wird von Dex zum Beispiel im Track „Heavy Horns“ ohne Dissonanzen und stilsicher mit dem – um es mit ODBs Worten zu sagen – „oh baby I like it raw“-Flavour gepaart. Madlibs Mood ist nicht weit weg, ohne Dexters Beats mit stupiden Vergleichsattributen wie ‚besser’ oder ‚fast so gut’ zu torpedieren. Die Jazz Files sind Dexters „Jazz Files“. Und beim Track „Practise“ sagt auch Dilla hallo. Jeder Beat für sich ist ein Highlight und erzählt seine eigene Geschichte. Die Vorlagen der Herren Hodn, Twit One und Deezy waren Steilvorlage, und Dexter hat es geschafft, diese Steilvorlagen Volley zu nehmen. Ob es tatsächlich das Tor des Jahres sein wird, kann man natürlich noch nicht sagen. Zehn Monate Spielzeit lassen keine Prognosen zu. (ruedi snare)


www.mpmsite.com


Release Date: 26.2.2010






Strong Arm Steady - Stoney Jackson

Als Tupac und Snoop 1996 ihre Longplayer „All Eyez On Me“ und „Tha Doggfather“ veröffentlichten, war Death Row Records am Zenith angelangt. Im Schatten von Death Row und dessen Artists, die das Strassenleben als Verkaufsargument ausschlachteten, wuchs im Schatten von Suge & Co. eine Art Antipode heran. Die Rede ist von Strong Arm Steady. Neben Krondon und Phil Da Agony, die als Heads hinter dem Movement gelten, waren anfangs auch Mitchy Slick, Xzibit, Chase Infinite und Planet Asia Mitglieder der Crew. Heute besteht Strong Arm Steady aus dem Duo Krondon und Phil Da Agony. In dieser Besetzung releaset SAS nun mit Hilfe von Loopdigger Madlib am Beat und der Unterstützung von Gründungsmitgliedern und anderen MCs den zweiten SAS-Longplayer „Stoney Jackson“. Was die Beats anbelangt, gilt es folgendes fest zu halten: Madlib mag man oder man mag ihn eben nicht. Ich mag ihn. Und eines ist klar, der Freak aus Oxnard hat sich für „Stoney Jackson“ einmal mehr die Finger wund gedigt, um den Herren MCs seinen einzigartigen Soundteppich aus souligen Loops in die Booth zu legen. Dies ist ihm um Längen besser gelungen als noch auf seinem Produceralbum „WLIP AM: KING OF THE WIGFLIP“. Krondon und Phil tun ihren Teil und veredeln die Beats mit ihren Wortspielereien. So ist der Strong Arm Steady-Erstling reich an Highlights und setzt hohe Standards für noch kommende Releases im noch jungen Jahr. „Stoney Jackson“ erscheint Ende Januar auf Stonesthrow Records. Als Appetizer kann auf der Stonesthrow-Homebase der Album-Opener „Best Of Times“ (feat. Phonte) gratis auf den Rechner gesogen werden. Gäste am Mic sind Phonte, Plante Asia, Fashawn, Chace Infinite, Tri-State, Talib Kweli, Sick Jacken, Mitchy Slick, Montage One, Evidence, Oh No, Roc C, Defari, Res, Roscoe, Guilty Simpson und Phats Bossalini. (ruedi snare)


http://www.stonesthrow.com/news/2009/12/strong-arm-steady-in-search-of-stoney-jackson


Release Date: 16.2.2010






Tufu - Die Symbolik Des Mastschweins

Sind die Jungs fresher als Huss Und Hodn? Kopieren die Jungs Huss Und Hodn? Sind Huss Und Hodn denn überhaupt fresh? Am Blog der GTD-Jungs wird eifrig diskutiert, was TUFU sind und können. Und jeder will es besser wissen. Eines steht fest, TUFU haben eine 15+3 Tracks starke Liedcollage auf\\\'n Server gepackt und zum Download freigegeben. Das Teil trägt den Titel „Die Symbolik Des Mastschweins“. „Seid real malt ein Piece an die Wand, T-U-F letzter Penis im Klitorisland / Was du sagst klingt nach Stuhlgang, nach Revolte gegen das was man füher man cool fand“ („Du Hast Stuhl Im Kopf“). Zeilen wie diese haben wohl dazu beigetragen, dass gewisse Kreise Parallelen zu Retrogott\\\'s Lyrics ziehen. Ob und inwiefern dies nun wirklich zutrifft und was die Konsequenzen dessen sind, hat jeder für sich selber zu entscheiden. Was die Beats betriff, so hat TUFU das Rad nicht neu erfunden. Es wurde auf der Suche nach Loops und Sounds wohl in staubigen Kisten gewühlt. Back to the basics. Die musikalische Grundlage von TUFU\\\'s Sounds ist Jazz und die Umsetzung weiss zu gefallen. Sehr sogar. „Weniger scheisse...mehr cool!“, so schätzten die Jungs aus Mainz sich selber ein. Diese Ansicht teile ich. „Die Symbolik Des Mastschweins“ ist dope, mehr dope als viele Release vieler anderer, die Geld für ihre Tracks haben wollen. (ruedi snare)


http://www.myspace.com/tufuraps


Release Date: 12.1.2010






Blakroc - Blakroc

Damon Dash war an einem Gig von The Black Keys als er sich fragte, was wohl geschehen würde, wenn er die beiden Jungs aus Ohio mit MCs aus seiner Umlaufbahn zusammen führen würde. So griff er sich seinen Ziehsohn Jim Jones und bestellte Mos Def zu sich, um mit den beiden ins Studio der BKs zu fahren und abzuchecken, ob die Chemie stimmt. Und tatsächlich, man hatte sich lieb und schon wurde aus dem Dash’schen Hirngespinst Realität. Das Projekt heisst „BlakRoc“ und featuret neben den Mannen für den Groove (Dan Auerbach und Patrick Carney aka The Black Keys) und den eben erwähnten Jim Jones und Mos Def auch Billy Danze, NOE, Q-Tip, Ludacris, ODB, RZA, Raekwon, Pharoahe Monch und Nicole Wray. Das Album wurde bezeichnenderweise am Schwarzen Freitag („Black Friday“ aka der Tag nach Thanksgiving) veröffentlicht und ist 11 Tracks stark. Die Sounds sind roh und rumpeln und stolpern vor sich hin. Gitarren heulen und weinen und Hats scheppern. Die Basslines grooven wie die Blues Brothers. Und die Protagonisten am Mic fühlen sich hörbar wohl auf den Beats. So passen Billy Danze mit seiner wuchtigen Stimme, Nicole Wray mit ihrem soulig-rauchigen Sangesorgan, RZA mit seinen schrägen Flows und Metaphern, Mos Def mit seinem Singsang-Rap und Raekwon mit seinem Storytelling auf die Sounds wie die Klatsche aufs Ohr. Nur Q-Tip – und das schmerzt mich als Tribe-Jünger der ersten Stunde schmerzlich – wirkt mit seinem Part auf dem Track „Hope You’re Happy“ steif und fällt gegenüber Billy Danze (seinem Mitstreiter auf besagtem Track) gewaltig ab. Nichts desto trotz ist Damon Dashs Rechnung aufgegangen. „BlakRoc“ hat den Funk, den Soul und den Blues, ist ein Album wie kein anderes und definitiv eines der Highlights des Jahres. Meine Favourits auf dem Album sind die Tracks „Stay Off The Fucking Flowers“ (feat. Raekwon), „On The Vista“ (feat. Mos Def), „Done Did It“ (feat. NOE & Nicole Wray), „Dollaz & Sense“ (feat. RZA & Pharoahe Monch) und „Why Can’t I Forget Him“. (ruedi snare)


www.blakroc.com


Release Date: 27.11.2009






Ill Mondo / Neal Rames - Ill Mondo / Neal Rames

Ill Mondo ist das Kollektiv für die Beats, Neal Rames der Mann für die Raps. Ihren 13 Tracks starken Debüt-Longplayer „Ill Mondo / Neal Rames“ haben die Heads aus Cali Mitte November auf dem hauseigenen Indie-Label Ill Mondo Records veröffentlicht. Die Beats gehen auf das Konto von Jeff und Johnny. Hammond B3, Bläsersätze, Wahwah-Gitarrenlicks, funky Basslines und Drums sind die Hauptingredienzen der Sounds des Duos aus San Francisco. Neal Rames seinerseits stammt aus der Stadt der Engel. Seine Flows sind sehr solide Kost, nicht weniger aber auch nicht mehr. Deshalb kaufen ihm die Gäste am Mic dann doch ein wenig den Schneid ab. So droppen die Herren Percee P, Prince Po, Sean Price und Stranjah 1 ihre Verse auf dem Album von Ill Mondo und Neal Rames. Diese Tracks sind denn auch die Highlights des Longplayers, was neben den Featurings auch an den Beats eben dieser Songs liegt. Alles in allem ist „Ill Mondo / Neal Rames“, dessen Sounds an die People Under The Stairs und den Funk von Clutchy Hopkins erinnern, dank B-Boy-Attitude und starker Gastbeiträge ganz sicher im oberen Mittelfeld der 2009er-Releases anzusiedeln. Favourits: „Scriptures“ feat. Prince Po und „Suicide Doors“ feat. Sean Price. Übrigens: Das Cover-Artwork ist eine Hommage an Joe Jacksons „Look Sharp!“. (ruedi snare)


www.illmondo.com/


Release Date: 17.11.2009






Pablo - Turntable Technology

Pablo? Who the f#&k?! Konsolen-Nerds werden den Herrn kennen, obschon sie vielleicht noch nie von dem Typen gehört haben. Zumindest diejenigen unter ihnen, die dem Format „Grand Theft Auto“ verfallen sind. Denn Pablo (Michael Hunter) hat „GTA 4“ und „San Andreas“ mit seinen Sounds unterlegt. 2001 hat Pablo die 12“ EP „Turntable Technology“ auf Red Hook Recordings releast. Drei der vier Tracks auf dieser EP tauchen auf dem gleichnamigen Debütalbum des Beatbastlers aus Schottland wieder auf. Es sind dies die Tracks „The Story Of Sampling“ und „High Jazz“ sowie der Intro- und Titeltrack „Turntable Technology“, auf dem Pablo dem Hörer mit Hilfe von Vocal-Samples eine Bedienungsanleitung für Turntables vorlegt. Der Track „The Story Of Sampling“ klingt im Gegensatz zu den anderen beiden Songs auf der EP nicht mehr gleich wie noch vor acht Jahren. Pablo hat diesem Track einen neuen Beat verpasst. Die Raps hingegen sind (beinahe) dieselben wie noch vor acht Jahren. Nun ist es aber mitnichten so, dass Pablo einen MC in seine Booth bestellt hätte, um Lyrics für seinen Beat zu recorden. Nein, Pablo steht auf Abwechslung und aufwändiges Geschnippsel und Arrangement. So hat er in seinen Plattenkisten gewühlt, um aus verschiedensten Acappella-Versionen von Rap-Track verschiedenster Rap-Cats Lines auszuwählen, die er danach in mühsamer aber liebevoller Kleinstarbeit zu einem grossen Ganzen zusammen gefügt hat. Auch was die Beats betrifft, lässt Pablo sein Schaffen durch keinerlei Barrieren einschränken. So besticht das Album „Turntable Technology“ durch seine Vielschichtigkeit. Bekenntnisse zu Soul, Funk und Synthesizer-Pop finden sich auf dem Longplayer ebenso wie solche zu Rock, Barockmusik und Elektro. Ausser Frage steht, dass Pablo auf Jazz und Soundtracks steht, da seine Soundcollagen stark durch Elemente dieser Genres geprägt sind. Trotz all dieser grundverschiedenen Einflüsse und Inspirationsquellen ist „Turntable Technology“ ein in sich geschlossenes Werk, das in keinem Moment Langweile zulässt und zweifellos zu einem der stärksten Momente musikalischer Ergüsse des sich zu Ende neigenden Jahres zu zählen ist. (ruedi snare)


www.somarecords.com/shop/music/soma_cd80/


Release Date: 10.11.2009






Marc Hype & Jim Dunloop - Stamp Out Reality

Marc Hype mit den funky Breaks an den 1s-And-2s und Jim Dunloop an den Tasten klatschen der Kundschaft auf ihrem Longplayer „Stamp Out Reality“ whole lotta Earth, Wind & Fire- und George & Bootsy-Flavour gepaart mit feinster B-Boy-Additude, Bambaataa-Grooves und Elektro-Funk mitten in die Fresse. Erfrischend sind die 12 Tracks, so erfrischend, dass es Blog-Tippsen aufm Bürostuhl schmerzt. Und dies so sehr, dass das 10-Finger-System da und dort schon mal Schiffbruch erleidet. Discoooooo Mo’Fo!! Bis die Boxen bersten! Yep, viel mehr gibt’s dazu nicht zu sagen. Unterstützung erhalten die Jungs auf „Stamp Out Reality“ von B. Worrell, Malena Perez, Flomega, Mr. Complex, Mr.Lif, Sara De Bourgeois, Lady Daisy und dem einzigartigen, viel kopierten aber nie erreichten Blowfly. Einmal darfste raten wie der Song wohl heisst. Na? „The Pussy Song“ natürlisch Digga. Noch Fragen?! (ruedi snare)


www.mpmsite.com


Release Date: 6.11.2009






Sulaya - De Tüfel Und Ich

Vor 10 Jahren freestylte er alle in Grund und Boden. 2006 lieferte er sein Debütalbum („MBS“) ab. Nun legt Sulaya nach. Sein Zweitling „De Tüfel Und Ich“ ist wie der Vorgänger vorwiegend von Toe produziert. Nein, Suly nimmt noch immer kein Blatt vor den Mund. Sagt, was er sagen will und wie er es sagen will. Zugeständnisse gibt’s keine. Und auch Toe am Beat beleibt Toe am Beat. Reinpfuschen lässt sich die Schaffhausen-Aargau-Phalanx nicht. Ausgerüstet sind sich immer noch mit Mic, Keys und Drumcomputer. Wer braucht schon Laserschwerte. Die Macht ist auch so mit ihnen. So gibt Suly auf dem Album auch sein „Statement“ zu Kompromissen: „[…] und wenn ich je en Arsch muäss küssä, figg ich ufs erfolgriich syy, chan in Schpiägel luägä und chan sägä ich bin schtolz uf dich“. Die Stärke der 13 Tracks ist deren Direktheit. Was mir weniger liegt, sind die Beats. Noch auf „MBS“ war ich mehr auf Toes Welle. Auf dem neuen Album wird zu viel in der jüngeren Vergangenheit gegraben. Los geht’s im Album-Opener „The Show Must Go On“, der most powerful Synthesizer-Breitseite ever done und Freddie in der Hook. Da mir das Original sehr gut gefällt, hab ich auch keine Probleme mit der Version auf „De Tüfel Und Ich“, nicht zuletzt, weil Sulaya den Beat perfekt mit seinen Styles bepackt. Mehr Mühe hab ich mit dem Track „I Dine Ärm“, da mich der Track schon in der Originalversion genervt hat. Dasselbe gilt für den Track „My Life“. Neben diesen drei Tracks, deren Samples wohl manch einem bekannt sind, gibt’s da und dort Auszüge und Anleihen von mal mehr und mal weniger bekannten Songs aus dem In- und Ausland. So heben Suly und Toe mit Büne ab und geben sich da Justin und dort Des’ree. Nichts desto trotz weiss „De Tüfel Und Ich“ durchaus zu gefallen. Da dank unbändiger Wut und Verachtung („Push Gwicht“), dort dank Selbstreflexion („Change“, „Gnueg Git’s Nöd“ und „Schmetterling“). Mein Favorit auf Sulys Zweitling ist aber ohne Zweifel der Track „Fuck Uf Rap“. „Ich steppe in Ruum alli sägäd sali, sali Suly, Suly wo bisch gsi g#**%§+*@££i“. Yep, Sulaya ist back am Set. (ruedi snare)


www.myspace.com/sulayambz


Release Date: 6.11.2009






The Slew - 100 Percent

The Slew?! Eine Psychedlicrock-Truppe aus Seatlle, die in der ersten Hälfte der 70er-Jahre aktiv waren, wobei das Adjektiv „aktiv“ im Falle von The Slew nicht ohne Vorbehalte zu geniessen ist, da die Band um Leader Jack Slew nie ein offizielles Release zustande brachten. Es existiert bis heute lediglich eine Testpressung des Albums „Dust Commander“. Diese 11 Tracks starke Testpressung kommt ohne Songtitel und Cover aus und ist unter Nerds als „Slew 1 Trough 11“ bekannt. The Slew-Addict und Independent-Filmemacher Jay Rowland begann vor 4 Jahren mit dem Dreh einer Doku über The Slew und bekam dafür die Master-Bänder von „Dust Commander“. So fielen die Aufnahmen auch in die Hände von Jays Cousin Dynomite D. Der machte sich zusammen mit Kid Koala daran, die Songs zu remixen. Dafür holten sich Dynomite und Koala die Unterstützung von Chris Ross (Bass) und Myles Heskett (Drums). In diesen Tagen steht nun das Release des Longplayers „100 Percent“ an. „100 Precent“ ist Dynomite Ds und Kid Koalas Version des legendären The Slew-Demos „Dust Commander“. Das Album ist energiegeladen wie selten eine andere Produktion dieser Tage und verbindet Psychedelicrock mit feinstem Turntabelism. Definitv ein Highlight des Jahres 2009.

The Slew 2009 sind Kid Koala, Dynomite D, Chris Ross und Myles Heskett. Auf „100 Percent“ treffen 6 Turntables auf einen Bass und Drums. BOOOM! (ruedi snare)


www.myspace.com/theslew


Release Date: 6.11.2009






BK-One - Rádio Do Canibal

Er spielt Klavier, seit er 13 Jahre alt ist und studierte Jazz an der Rosevelt Middle School und der West Dividion High. Im Rahmen des Studiums hatte er die Gelegenheit von Genre-Grössen wie Barry Harris, Benny Carter, Yusef Lateef (!!) und vielen mehr zu lernen bzw. mit ihnen zu spielen. 1995 begann er mit dem DJing und ein Jahr darauf gründete er zusammen mit einem Freund die Hip Hop Radio Show „The Beatbox“. Dank diesem Engagement knüpfte er Freundschaften mit Szenegrössen wie Del, All Natural, Aceyalone und Brother Ali, mit dem ihn schon bald eine innige Freundschaft verband. Ab 2000 ging er mit Ali als dessen DJ auf Tour.
Die Rede ist von BK-One, der zusammen mit Benzilla eben erst sein Album-Debüt „Rádio Do Canibal“ veröffentlichte. Musik ist BKs erste grosse Liebe. Die zweite grosse Liebe des Musikers aus Minneapolis ist das Globetrotting. So bereiste BK mehrere Male Zentral- und Südamerika und setzte sich intensiv mit der Musik in diesen Erdteilen auseinander. So besteht das Fundament von „Rádio Do Canibal“ aus Bossa Nova, Bahian Folk und Samba, wie auch aus der südamerikanische Variante von Reagge, Soul und Jazz. Ausserdem liess BK-One auch Tropicália, die musikalische Auseinandersetzung mit dem politischen Leben Brasiliens, die auf dem „Anthropophagischen Manifest“ des Dichters Oswald de Andrade basiert, in seine Beats einfliessen. BK-One ist es gelungen, die philosophischen Aspekte wie auch die Vielfalt der südamerikanischen Musik in sein Werk einfliessen zu lassen, was „Rádio Do Canibal“ zu einem, wenn nicht zu DEM Highlight der Releases dieses Jahres macht. Dafür sorgen neben BK und Benzilla auch die MCs, die die politische und gesellschaftsspezifische Komponente der Musik in ihren Texten aufarbeiten, was aber in keinem Fall Abstriche in Sachen Flow und kreativen Wortspielereien zur Folge hat. Auch unterlassen es die MCs ganz im Geiste der Tropicália-Vordenker, die Hörerschaft zu belehren oder mit Kleingeist oder Prinzipienreiterei zu nerven. So ertappt man sich nicht einmal dabei, wie man die Skip-Taste betätigt und sich „Rádio Do Canibal“ statt dessen am Stück gibt und sich in der Musik verliert, um am Ende der gut 50 Minuten Spielzeit die Repeat-Taste zu betätigen. (ruedi snare)


www.myspace.com/balmoral


Release Date: 2.11.2009






Fleur Earth - Es Entstehen Wesen

Sie bedient sich für ihre Lyrics der deutschen Sprache. Das haben andere auch schon getan. Am erfolgreichsten mit deutschem Soul war und ist Xavier Naidoo. Sein Entdecker war Moses Pelham. Dieser hat zusammen mit Cassandra Steen ein Glashaus gebaut. Na ja, über Geschmack lässt dich ja bekanntlich streiten. Nicht aber im Falle von Sepalot und Esther Adam, die vor gut fünf Jahren vierzehn wunderbare Eskapaden vertont haben. Trotzdem sind die Bilder, die Fleur Earth mit ihren deutschen Texten entwirft, nicht das, was man kennt oder erwarten würde. Wenn andere ihre Texte mit einem Stift zu Papier bringen, nimmt Fleur Earth direkt den Pinsel zur Hand. Das Ergebnis ist ein Bilderbogen, dessen Fundament die Beats von Twit One sind. Die beiden haben im September 2008 ihr Debüt „Skurreal“ veröffentlicht. Nur ein halbes Jahr später folgte der zweiten Streich. Aus dem Duo wurde ein Sextett. Aus Fleur Earth ein Experiment. „Soul Des Cabots“ wurde im März dieses Jahres in die Ladenregalen gestellt. Nun, dreizehn Monate nach dem Release von „Skurreal“, erscheint bereits die dritte Platte der Sangesdame aus Köln. Twit One ist immer noch der Mann für die Beats. Das Eigenattribut ist immer noch Strassenkötersoul. „Es Entstehen Wesen“ heisst der neue, 18 Anspielpunkte starke Longplayer. Die Texte setzen das Ich und dessen Empfindungen im Austausch mit dem Rundherum ins Zentrum der Betrachtung. Bittersüss. Gedankenversunken. Oder anders: „I gotta feeling“. Aber bedeutend weniger woo-hoo und - was die Beats anbelangt - Eurodance als die Peas. Denn Twit-Beats sind der Smoothness konsequente Umsetzung. Rohstoff ist Jazz aus den 40ern und den 50ern und Soul aus den 60ern und den 70ern. Unterstützung erhalten Fleur Earth und Twit One auf „Es Entstehen Wesen“ von C:Mone, Daan, Hulk Hodn, Retrogott und Frank Nitt. „Es Entstehen Wesen“ ist am 23. Oktober auf Melting Pot Music erschienen. (ruedi snare)


www.mpmsite.com


Release Date: 23.10.2009






DJ Mitsu The Beats - A Word To The Wise

Dass auch in Japan Crates gediggt, gechopt und geloopt wird, weiss die Welt spätestens seit DJ Krush. Er ist sowas wie der Übervater der Beatbastler-Gilde aus dem Land der aufgehenden Sonne. Diejenige, die schon ein wenig tiefer in der japanischen Release-Kiste gewühlt haben, wissen, dass Krush bei weitem nicht der einzige seiner Art ist. Neben Pionieren wie Krush und Muro haben in den letzten Jahren immer mehr Nerds aus Japan den Sprung in Plattenregale der Staaten und Europa geschafft. Ja man könnte gar sagen, dass das Kürzel JP zu einem Gütesiegel geworden ist. Einer jener ist DJ Mitsu The Beats. Mitsu gab sein Debüt mit seiner Crew Gagle (zusammen mit Hunger und Mu-R) vor acht Jahren. Es folgten eine Unmenge an Solo-, Crew- und Kollabo-Realeses. Im Mai 2009 veröffentlichte Mitsu das Album „A Word To The Wise“ auf PlanetGroove/Jazzy Sport. Der Longplayer ist 18 Tracks stark. Gäste am Mic sind unter anderen Kev Brown & Cy Yound, Maspyke, Wildchild & Georgia Anne Muldrow und Elzhi. Auf „A Word To The Wise“ tritt Mitsu einmal mehr den Beweis an, dass er zu einem der talentiertesten Beatbastler der Gegenwart gehört. In unseren Breitengraden ist das Album bisher nichts weiter als eine Randnotiz geblieben, was auch daran liegt, dass die LP nicht auf Vinyl erschienen ist, obschon gerade die Vinyljunkies die Zielgruppe von Mitsus Beats sind. Nun hat Jazzy Sport zwei Vinyl 12“ EPs, auf denen je drei Tracks (inklusive deren Instrumentals) des Albums zu finden sind, und zwei 7“ Singles („Promise In Love“ feat. Jose James und „Playing Again“ feat. Ivana Santilli) veröffentlicht. Wer sich den Lonplayer „A Word To The Wise“ nicht schon via iTunes oder ähnlichen Plattformen auf den Rechner gesogen hat, der halte Ausschau nach diesen Vinyl-Releases. (ruedi snare)


www.myspace.com/mitsuthebeats


Release Date: 11.10.2009






DJ Cam Quartet - Diggin’

DJ Cam ist eine Ikone an den 1210ern und dem MPC. Der Mann aus Paris hat 1994 sein erstes eigenes Label Street Jazz Records gegründet und releaste auf eben diesem 1995 sein Debüt „Underground Vibes. Im Verlauf seiner Karriere veröffentlichte er fünf Soloalben, arbeitete mit Szene-Grössen wie DJ Premier zusammen und bereiste als Botschafter seiner Musik die ganze Welt. Sein letztes Solo-Release wurde 2002 veröffentlicht. Seit gut einem Jahr macht Cam zusammen mit drei weiterern Musikern als DJ Cam Quartet wieder vermehrt auf sich aufmerksam. 2008 erschien die erste LP „Rebirth Of Cool“ der Viererbande um Cam. Nur ein halbes Jahr darauf wurde der zweite Streich „Stay“ veröffentlich, um im September 2009 - also wieder nur ein halbes Jahr darauf - das dritte Album des DJ Cam Quartets „Diggin’“ in die Ladenregale zu stellen. „Diggin’“ ist wie schon die beiden Vorgänger eine wunderbare Mélange von Jazz und Hip Hop Beats. Inspirieren lässt sich Cam dabei von Legenden wie Bobby Hutcherson oder Freddie Hubbard. So hat das DJ Cam Quartet auch Donald Byrds Klassiker „Think Twice“ reinterpretiert, was manch einer mit dem einzigartigen J Dilla assoziieren wird. (ruedi snare)


www.myspace.com/djcamrecall


Release Date: 9.10.2009






Jazz Liberatorz - Fruit Of The Past

Es war bei Pipo und Spruzzi im Ladenlokal, wo ich mich durch die Crates gedigt habe und auf das 12“-Debüt „What’s Real“ (feat. Aloe Blacc) der Jazz Liberatorz gestossen bin. Ich hatte zuvor noch nie was von den Jungs aus Frankreich gehört, war aber sofort begeistert vom wunderbar smoothen Sound des Trios. „What’s Real“ erschien 2003 auf dem Pariser Label Kif Records. DJ Dusty, Damage und Madhi fanden schon 1999 zusammen. Vor einem Jahr erschien nach zahlreichen 12“es das erste Album der Jazz Liberatorz. Alle Songs auf „Clin D’Oeil“ sind ab 2007 schon auf einer 12“ veröffentlicht worden. Nun ist der zweite Longplayer der drei Musiker aus Paris erschienen. Das Teil heisst „Fruit Of The Past“ und featured dem Albumtitel entsprechend unveröffentlichtes Material, Remixe (von Dela, 20syl und den Drum Brothers) und Songs, die vor dem Albumdebüt als 12“ releast worden sind. „Fruit Of The Past“ ist 26 Tracks stark und ist, wie alle 12“es und das Albumdebüt, auf Kif Records erschienen. Gäste am Mic sind Aloe Blacc, Declaime, T-Love, M’Selem, Fatlip, Wildchild und Mos Def. Das Album vermag wie alles, was die Jazz Liberatorz bis anhin veröffentlicht haben, auf der ganzen Linie zu überzeugen. So ist „Fruit Of The Past“ definitiv ein Anwärter auf Titel wie „Album des Jahres“ oder Attribute wie „Essential“. (ruedi snare)


www.myspace.com/jazzlib


Release Date: 7.10.2009






Manillio - Jede Tag Superstar

„I nimme mi Traum und trau de chlii Schritt über d’Kante, hoff dass i lande, dass Flüglä mir wachse [...] us dä gliiche Schtadt zwar aber nid dä zwoit Bensch, nid dä neu Tommy und nid dä neu Dez, luäg i bi’s straight und i bli-bliib frei, ghei mi zmitz dri i gib mir kei break [...] bi füu ungerwägs aber weiss nid immer wohii, ha musikalisch kei plän nur ä waagi vorschtellig dävo was i wott sy“ (Intro-Track „Showtime“).
In der Szene hierzulande gibt’s nur wenige Hypes. Griot hatte einen. Tommy und Dez auch. Und jetzt Manillio. Viel wurde geredet, gelobt und gehatet („All diä dumme Haters chömä mir knapp bis zu dä Laces“ in „Über“). Jetzt ist es soweit. Nach den „Jurassic Parts“, „Radio Sessions“ mit Tommy und Gast-Rap hier und Feature da veröffentlicht der Solothurner MC am 02. Oktober sein Album-Debüt „Jede Tag Superstar“. „You know what keeps me rollin’ is my music“ heisst es in der Hook vom Track „Rollin“. Dies scheint Manillio tatsächlich verinnertlicht zu haben. Die Beats von Sir Jai, Ryo, Onur, Strike, Sad, J-Fase (MXX) und F (Unionbeats) sind sorgfältig ausgewählt und geben dem MC genau das, was er für seinen Rap braucht. Synthes, mal shpärisch, mal knochentrocken, Bass, Gitarre und Sax. Blues und Funk, Disco und Club. Neue Sounds, manchmal gepaart mit Old School-Flavour. „Fresh“ eben. Sowas nennt man dann wohl symbiotisch. Hört man Neezy zu, sieht man ihn da förmlich schmunzeln („Wiiterhin kei Zyyt leg es Featuring uf Iis wiä dä Whiskey solang wiäni wider schriib [...] nei i mim Glas isch kei Isostar, i mach was mir so passt wiäne Diplomat“ – „Aus“) und dort wie sein Blick in die Ferne schweift („D’Schwiiz di isch scho okay doch au do chasch verblöde dasch nid so s’Problem, d’Lüüt do hei vüu nüt vor mached am Weekend uf Psycho wiä uf Psylos, Mann gliich wo hii wotsch du muäsch losgoh, s’gheit dir nüt i Schooss wenn nur do schtohsch, luäg s’isch nöd so doch falls i mol Kids het wird i ‚nä viiles miteh“ – „Stärne“). In „Jede Tag Superstar“ steckt Herzblut. Dies macht das Album zu dem, was es ist. „Mann i ha diä Chance und i packe se aa, lueg i ha min Schpass und i mache ds klar, und i bliibe solangs cool für mi isch, d’Jungs derbi sy, d’Lunge fit sy und’s ä Grund für mi git, ha diä diä Chance und i mache ds klar“ („Mache das klar“).
Ich bin weder Fan von Punktvergaben wie beim Kunstturnen noch von Sternchen-Systemen wie in der Sonntags Zeitung, aber eins ist klar: „Jede Tag Superstar“ to the fullest, ob nun im Auto, im Büro oder in der unguten Stube. Manillio bringt ein Rap-Album, wie es die Schweiz definitiv noch nie gehört hat. (ruedi snare)


www.manillio.com


Release Date: 2.10.2009






Dynas - The Apartment

Ende der 90er-Jahre tauchte der Name Dynas erstmals auf Releases von Beyond Real Recordings auf. Ab 2001 folgten einige 12inches bevor der MC aus dem Süden Floridas (geboren in NYC) 2007 sein erstes Album auf Rawkus Records veröffentlichte. Nun legt Dynas auf BBE nach und veröffentlicht im Herbst seinen zweiten Longplayer „The Apartment“. Das inklusive Intro und Outro 18 Tracks starke Album wartet mit Produktionen von M Phazes, Illastrate, Jazzy Jeff, S1, Illmind, J Dilla, DJ Spinna, Tony Galvin, Exile und Khrysis und Gastbeiträgen am Mic von Slick Rick, Wrekonize, LMS, Rich Medina, Tiye Phoenix und Tone Trezure auf. „The Apartment“ klingt was den Sound betrifft sehr laid back und soulig. Die Lyrics schlagen in dieselbe Kerbe. Storytelling über das Leben generell und über Beziehungen im Speziellen dominieren die Themata auf der LP. „The Apartment“ ist zweifelsohne ein durchaus gelungenes Album, plätschert aber stellenweise ein wenig allzu siecht vor sich hin. So fehlen Raps wie auch Beats ein wenig der Biss. Dafür ist das Zweitlingswerk von Dynas mit ein paar Perlen gespickt. So vermag zum Beispiel „Family Jewelz“ (produziert von DJ Spinna), der mit Abstand schnellste Track auf dem Album, doch einiges an Farbe ins Spiel zu bringen, dies nicht zuletzt auch dank Slick Rick, der auf diesem Track seinen Part am Mic beisteuert. Auch „Higher Definition“ (produziert von M Phazes), „The Future“ (mit Jazzy Jeff an Beat und Decks), das an Smoothness schwer zu überbietende „The Apartment“ (produziert von J Dilla) und „The Apartment 2“ (mit Exile am Beat) sind Lichtblicke auf dem Album. (ruedi snare)


www.myspace.com/dynas


Release Date: 25.9.2009






Japrazz - Detour

Zweieinhalb Jahre sind seit dem Release der Debüt-EP „Introducing“ vergangen. Vor eineinhalb Jahren stellten T.moe – der Mann an den Keys und Reglern – und Phyl – der Mann für die Raps – als The APT den grossartigen Longplayer „Main Course“ in die Ladenregal. Nun sind Japrazz in Vollbesetzung zurück. Am 18. September wird das erste Album der 7-köpfigen Combo mit Homebase in Zug veröffentlich. Das Album heisst „Detour“, ist inklusive Intro und Outro 17 Anspielpunkte stark und featured Laura Vane, Knackeboul, Chocolococolo, Rennie (Sektion Kuchikäschtli), Akil The MC (Jurassic 5) und Shurki’n (I AM). Wer die Debüt-EP und das ATP-Release kennt und die Jungs schon live on stage erlebt hat, mag ahnen, was Japrazz in der Hinterhand haben. Talent, Style, Herzblut und a whole lotta energy. Und diese Ressourcen wurden für „Detour“ gebündelt. Wer die CD in die Anlage schiebt und auf Play drückt, wird Zeuge dieser Energien.
„Detour“ vermag auf der ganzen Linie zu beeindrucken. Phyl überzeugt am Mic dank ausgeklügelter Wortspielereien, seinen ureigenen Flows und Texten mit Gehalt anstelle ausgelutschter Allgemeinplätze. Was die Beats anbelangt, so gilt es festzuhalten, dass die Arrangements wohl durchdacht sind, ohne dabei steif zu wirken. Die Beats bestechen dank Liebe zum Detail und sind abwechslungsreich und eigen. Nein, als Hip Hop Act mit Live-Instrumentierung muss man nicht wie The Roots klingen, um gut zu sein. Japrazz haben ihren ureigenen Groove. Songwriter T.moe, Drummer Alex und Bassist Raffaele legen die Basics, Nicolas an der Gitarre, Aurel an der Trompete, Beat an den Ones-And-Twos und Phyl am Mic vervollständigen die Collage. Für zusätzliche Farbtupfer sorgen Gregor am Saxophon und der Klarinette, Mira an der Violine, Deborah an der Viola und Samuel am Cello. „Detour“ ist da bittersüss und dort straight forward. „Detour“ ist clever und smart. „Detour“ ist Jazz und Klassik, hat Funk und Soul. „Detour“ ist smooth und rockt. „Detour“ ist Hip Hop. „It’s about attitudes and mannerisms, culture and art yes some call it vandalism” („Hip Hop Tourist“). (ruedi snare)


www.mbassador.ch


Release Date: 18.9.2009






Shafiq Husayn - Shafiq’ En A-Free-Ka

Shafiq Husayn ist ein Drittel der Soundtüfftler-Combo Sa-Ra Creative Partner und releast im Herbst sein Solo-Debüt „Shafiq’ En A-Free-Ka“ auf Plug Research / Rapster Records. Dabei sagt der Albumtitel allein schon mehr über die Konflikte der Schwarzen Bevölkerung in den Staaten aus, als die marketingtechnischen Images und Lippenbekenntnisse der grossen Namen der Rap-Szene.
So stammt der Begriff A-Free-Ka aus Alt-Ägypten (ca. 3000 v. Chr. bis 30 v. Chr.) und meint grenzenloser Spirit bzw. Geist. Oder wie der legendäre avantgardistische Jazzmusiker, Soundtüftler und Philosoph Sun Ra formulierte: The only limit is your imagination. Auch der Neopaganismus (Neuheidentum) greift den Begriff A-Free-Ka auf. Das Revival dieser vorchristlichen Spiritualität hat ihren Ursprung in der Afroamerikanischen Community der 70er-Jahre und deren Auseinandersetzung mit ihren Ursprüngen und der Unterdrückung der afrikanischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert. Noch heute wird die Bevölkerung Afrikas vom Westen an der „kurzen Leine gehalten“ und, was Rechte und Lebensbedingungen anbelangt, unterdrückt. In dieses Konstrukt spielt auch der Afrozentrismus hinein, der von gewissen Kreisen der westlichen Welt als rassistisch gebrandmarkt wird. Setzt man sich mit dem etymologischen Aspekt des Albumstitels auseinander, so wird von Experten zumindest in Anbetracht gezogen, dass der Begriff A-Free-Ka bei der Namensgebung des Kontinents Afrika durch die römischen Eroberer Karthagos eine wesentlich Rolle gespielt haben könnte oder gar ausschlaggebend dafür war.
Diese geistige Konstrukt um den Albumtitel hat Shafiq Husayn auf „Shafiq’ En A-Free-Ka“ vertont bzw. in seine Klangwelten transferiert. Wer sich das Album anhört, dem wird auffallen, dass Husayn Elemente der traditionellen äthiopischen Musik, der Trommeln Westafrikas, des Jazz von Sun Ra, des Souls von Isaac Hayes, des Funks von George Clinton und der Old School Sounds von Afrika Bambaataa und Egyptian Lover in sein Werk hat einfliessen lassen. Auch Jimi Hendrix’ „Electric Ladyland“ und „Abbey Road“ der Beatles sollen Husayn entscheidende Impulse gegen haben, was sich auch bestätigt, wenn man sich den Song „Major Heavy“ zu Gemüte führt und zu den Lennon/McCartney-typsichen Akkordfolgen und Harmoniegesängen abtaucht. Das Hauptaugenmerk des Vergleichs mit diesen zwei Meilensteinen der Musikgeschichte liegt aber auf den Werken als solchen, der Liebe zum Ganzen sowie zu den Details. Den traditionellen äthiopischen Aspekt bringt Husayn mittels Azmari in seine Sounds ein. So sind Azmari durch die Lande ziehende Sänger-Poeten. Auf dem Longplayer wird der Rap denn auch im Sinne dieser Azmari- oder auch der Spoken Word-Tradition ausgelebt.
„Shafiq’ En A-Free-Ka“ ist eine Raum- und Zeitreise, die das Sein aus verschiedenen Perspektiven ausleuchtet und Grenzen in sich zusammen fallen lässt. Musik und Lyrics projizieren Bilder im Geiste und die Detailverliebtheit der Produktionen lässt auch beim Mehrfachhören keine Langeweile aufkommen. „Shafiq’ En A-Free-Ka“ ist ein Manifest auf Freiheit und Roots, eine Vereinigung von scheinbaren Gegensätzen. Klassifizieren oder Kategorisieren fällt schwer. Wem Sounds von Nobody, Luke Vibert oder Ras G gefallen, dürfte ohne Berührungsängste an Husayns Album herantreten.
Rapster Records kündigt „Shafiq’ En A-Free-Ka“ für die erste Septemberhälfte an. Andere Quellen sprechen von Oktober. (ruedi snare)


www.enafreeka.com


Release Date: 14.9.2009






Miles Bonny & DJ Day - Instant Saadiq

Seit dem 11. September steht „Instant Saadiq“ in den realen und virtuellen Ladengestellen in Deiner und meiner Nachbarschaft. Mit der EP huldigen Miles Bonny und DJ Day Raphael Saadiq, indem Bonny und Day 3 Tracks von Saadiqs LP „Instant Vintage“ (2002) neu in Szene setzten. So finden sich auf „Instant Saadiq“ die Tracks „Still Miles“, eine Coverversion des Songs „Still Ray“, einer Eigeninterpretation des Songs „What’s Life Like“ und einer instrumentalen Version von „Sky, Can You Feel Me“.
DJ Day äusserte sich auf seinem Blog zum Projekt wie folgt: „This is all Cosmo Baker’s fault. I mean, I’ve always loved Saadiq going back to the TTT days, but hearing Cosmo’s mix of his work really put it all in perspective. Raphael Saadiq is a genius. Period. Just listen and you’ll see. From Tony! Toni! Tone! & Stevie Wonder to Q-Tip & DJ Quik, he is just that dude.So, without jumping further on his nuts...fast forward a couple days later and I’m driving around town bumping this CD. Still Ray came on and stayed on and that’s when I knew I had to re-do it (now I know how Dre must’ve felt).I came home and listened to it, figured out the piano part and played everything else from there. Once I was finished I called my man Miles Bonny to lay down vocals and trumpet like only he can and here it is, free for you.“ Die Miles Bonny-DJ Day-Collabo „Instant Saadiq“ erscheint am 11. September auf Melting Pot Music.(ruedi snare)


www.mpmsite.com


Release Date: 11.9.2009






Declaime - Muzikillmind

„Back to the roots!“, scheint sich Dudley, ähm, Declaime mein ich natürlich, gesagt zu haben. Zehn Jahre nach seinem Album-Debüt „llmind Muzik“und sieben Jahre nach seiner Transformation in Über-Funker Dudley Perkins kehrt besagter multicharakterstarker Musiker aus Oxnard zurück zum Ursprung und releast den Longplayer „Mzikillmind“ Declaime stellt die Uhr also wieder auf Null, einfach unter spiegelverkehrten Vorzeichen sozusagen. Der Mann an Decks und Tasten auf „Mzikillmind“ ist Metro. Die Beats passen zu Declaimes Stimme und Flow wie die Faust aufs Auge. Metro muss tief in verstaubten Plattenkisten gewühlt haben. Da und dort werde ich den Eindruck nicht los, dass ihm Madlib beim Diggen über die Schulter gekuckt hat oder zumindest im Geiste bei ihm war. Nun gut, so wird es wohl kaum gewesen sein. „Muzikillmind“ erscheint schliesslich nicht auf dem Erdnussbutterwolf seinem Label Stones Throw Records, sondern auf dem polnischen Label Asfalt Records. Klingt komisch, is’ aber so. Der Qualität des Dargebotenen ist dies zu keinem Zeitpunkt abträglich. So ist „Muzikillmind“ ein rundum gelungenes Album, das gleichgeschalteten sogenannten „Heads“ ein wenig Farbe beschehren könnte, würden sie sich darauf einlassen. Dies obschon das Coverartwork nicht eben farbig ist. (ruedi snare)


www.asfalt.pl/index2.php


Release Date: 11.9.2009






Afrob - Der Letzte Seiner Art

Er ist einer jener aus dem Schoss der Kolchose. 1999 releaste er sein überaus erfolgreiches Debüt und stürmte mit Ferris und dem Track „Reimemonster“ Charts und Clubs. Aber schon auf seinem ersten Longplayer nahm Afrob kein Blatt vor dem Mund und verarbeitete in seinen Texten auch Eindrücke von den Schattenseiten des Lebens. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist der Track „Hörst Du Diesen Schrei?“. Sein zweites Album „Made In Germany“ (2001) war dann mehr Sozialkritik denn Clubsound. So verarbeitete Afroasiat Afrob in seinen Texten vor allem Erfahrungen und Eindrücke von subtilem und offenem Rassismus gegenüber dunkelhäutigen Menschen im eigenen Umfeld und in der Politik. Dabei nahm er kein Blatt vor den Mund und zeichnete klare Bilder, was ihm Attribute wie „eindimensional“ oder „Afrozentrist“ beschehrte. Wer sagt, was er denkt, macht sich eben nicht nur Freunde. 2003 releaste Afrob zusammen mit Samy Delux als ASD das Album „Wer Hätte Das Gedacht“ und 2005 sein vorerst letztes Soloalbum „Hammer“. Danach wurde es still um denn MC aus Stuttgart.
Vier Jahre später ist Afrob nun zurück. Am 04. September 2009 wird sein neues Album „Der Letzte Seiner Art“ in den Ladenregalen stehen. Ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig skeptisch war. Bis ich dann den Vorabtrack und den für die Presse gehört habe. Die Beats pumpen und Afrob strotz vor Energie. Er ist immer noch der Mann der klaren Worte, der Mann für den einfachen aber effektiven Reim. Afrob verliert sich nicht wie andere seiner Zunft in Mehrfachreimen. Zu viele Rapper reden viel und sagen nichts („Rapper gibt es nicht mehr nur noch Gangster die die Kohle juckt“ in „Mein Kampf“). Die Punchline ist mehr Wert als der doppelte Doppelreim. Afrob ist MC, nicht Techniker. Bezeichnenderweise heisst der Album-Opener denn auch „Wo Sind Die Rapper Hin“. Dabei flowt Afrob auf einer einfachen aber wuchtigen Synthesizer-Melodie, trockenem Clap und zappligem Hat. Synthesizer-Breitseiten sind zusammen mit Afrobs Wortgewalt die tragenden Elemente des Albums. „Ohne Frage ich stell Rap auf den Kopf, ich leg Rap in den Topf auf den Herd bis es kocht“, stellt Robe auf „Was Wollt Ihr“ fest, um dann verschrobene Weltbilder und verzerrte Medienberichterstattung in den Fokus zu rücken („Mal kuckn was der Afrob sagt, ich bin wie Obama wenn ich was sag wird nie nachgehakt“). Danach geht’s mit Dean und Brixx für ’ne „Schnelle Nummer“ ab in den Club, um dann mit ’nem Kayne-liken Autotune-Refrain die einzige Baisse des neuen Albums auszustehen. „Ihr seid nicht auf meiner Skala nicht auf meiner Gala, ja ich mach gerne Show aber bloss kein Theater“ stellt Afrob auf „So lange her“ klar und nimmt den Faden wieder auf. Und der Beat weckt Erinnerungen an Super Mario. Dann liefert er allein mit dem Tracktitel wieder Zündstoff für wirre Diskussionen. Auf „Mein Kampf“ rappt Afrob über das Nicht-Verstanden- bzw. Missinterpretiert-Werden: „Ich kommentiere nicht mehr jeden Dreck der übern Ähter kommt, ihr hattet doch Komplexe als ich sagte dass ein Neger kommt, und jetzt das eine noch, doch das tut nicht zu der Sache, (feiert alle mit!) das ist meine schlechteste Platte“. Der Track „Sie, Ich & Sie“ thematisiert ein Beziehungsdrama, bevor Afrob zusammen mit Samy auf einem kolossal-hymnischen Synthe-Beat das „ASD Comeback“ zelebriert. Im Track „Allein“ arbeitet der Familienvater Afrob den Albtraum des Alleinseins auf („Ich kauf das Brot nur für mich, es sitzt sonst niemand zu Tisch, man ist in grosser Not nur für sich, ich hab keinen der mich begleitet, nicht mal einen der sich mit mir streitet, ich war noch nie so verzweifelt“) und in „Gief Konjunkturpaket VI“ legt er seine Sicht der Dinge die Misswirtschaft des Bankenwesens und der grossen Player am Markt betreffend offen („Die Wirtschaft braucht Umsatz, du bist da um zu dienen, die Banken kriegen Kohle euch schickt man in den Ruin [...] ein normaler Bürger ist halt nicht systemrelevant“). Mit „Spektakulär 2009“ - dem letzten Track auf „Der Letzte Seiner Art“ - rundet Afrob sein neues Album auf einem Beat mit Samples im wahrsten Sinne des Wortes ab und baut musikalisch wie auch inhaltlich die Brücke zu seinem Debüt („Hier sitz ich wieder mit nem Block und Papier, vier Jahre ohne Platte bin so hochmotiviert [...] die Leute wollten dass ich bleib wie ich bin, doch ich bleibe niemals der der ich war es macht kein Sinn, ich mach mein Ding, ich bin 31 Jahre alt und hab ein Kind, alles ändert sich, die Leute die man trifft, Mann alles ändert sich“).
Unterstützung bekommt Afrob auf „Der Letzte Seiner Art“ aus seinem Umfeld, von Freunden und langjährigen Weggefährten, nicht von des Namens wegen eingekauften Szenegrössen. Die Features auf dem Album sind Dean Dawson, Brixx, Lisi, Cassandra Steen, Camouflow, Sarah Habesha, Jayson Biggz und Samy Deluxe. Die Beats wurden Afrob von DJ Rocky, Bazee, Bock Aufn Beat und Rafik auf den Leib geschneidert. „Der Letzte Seiner Art“ erscheint auf Afrobs Label G-Lette Music. (ruedi snare)


www.afrob.de


Release Date: 4.9.2009






Suff Daddy - Hi-Hat Club (Vol. 2): Suff Draft

Ende Mai eröffneten Testiculo Y Uno aka Hulk Hodn und Twit One den Reigen. Nun geht der Hi-Hat Club in die nächste Runde. Der Mann für die Beats ist in diesem Falle der Herr Suff Daddy. Deezy ist in Düsseldorf mit Kraftwerk und der Plattensammlung seines älteren Bruders aufgewachsen, bevor er nach Berlin übersiedelte. Er ist ein Addict. Alkaholics, Jaylib, Lord Quas, Pilsetten, Tanqueray, Lottahydro, MPC und Mini-Korg sind stets im Hinterkopf und Griffweite. 2007 war er mit seiner ersten 7“ am Start, 2008 folgte die wunderbare Debüt-EP „EFIL4FFUS“. Erst vor ein paar Wochen beglückte er die Welt (und vor allem mich alten Dilla-Junkie) mit seinem Look Of Love-Remix (hell yeah!).
Im Pressetext zu seinem Hi-Hat Club-Release werden die Deezy-Beats als „besoffener Boom-Bap Wahnsinn mit 09er Attitüde“ beschrieben. Dies trifft die Sache doch recht gut auf den Punkt. Suff Daddy lässt für meine Ohrmuscheln keinen Zweifel offen, wo sich Suff City befände, müsste man einen Stift hervor nehmen und ein Kreuz auf ’ne Karte schmieren (Grüsse nach Oxnard und Motor City beziehungsweise eine Etage höher). Gleich mit dem ersten Track macht er klar, wer hier up in this ist beziehungsweise wessen Schwanz hier gelutscht werden muss. Kein Zweifel, der Deezy diggt und chopt und flipt Samples wie kein zweiter. Und dann nimmt er seinen Mini-Korg und spielt Bassläufe - mal böse mal smooth - und Melodien - mal spährisch mal 80ties-like (shout out an Eurythmics) - ein. Er sippt Liquor mit Biggie, bastelt einen für den Herrn Rawls und erweist den Isley Brüdern die Ehre. All dies macht den „Hi-Hat Club (Vol. 2): Suff Draft“ nicht nur zu einer fabelhaften Pladde, sondern zu einem Erlebnis. Meine Favoriten sind das bittersüsse „Now That You’re Mine“, das fast schon frech minimalistische „Vices“, die Reminiszenz an die 80er „D.I.Luv“, das wunderbar jazzige „One For Rawls“ und der im wahrsten Sinne des Wortes krönende Abschluss „Lottahydro“. Yes, he is in this Muthafucka, Bitch!
Ach übrigens, bevor ich’s vergesse, auch der zweite Teil des Hi-Hat Clubs erscheint auf Melting Pot Music, den Garant für den richtig guten Stoff, yep. Teil 3 ist angeblich auch schon in the making. Und für das wiederum sehr geile Artwork ist wie bei Hodn und Twit der Herr Winter verantwortlich. (ruedi snare)


www.mpmsite.com/index.php?area=records&view=detail&id=676


Release Date: 4.9.2009






AEED - Synesthesia

Lecker Schoggi, Käse, Matterhorn, Edelweiss, Kuhglocken, Schwinget und Dimlite sind die Schweizer Exportschlager. Nun wird die Pallette erweitert. Der Tessiner Soundtüfftler Aid Copelj aka AEED hat vergangenen Freitag den 07. August 2009 seine Debüt-EP Synesthesia zum kostenlosen Download freigegeben. Das gute Stück ist 9 Beats stark und lässt Köpfe unentwegt nicken, ob nun gewollt oder nicht. Sollte man AEED in ein Koordinatensystem einbetten wollen, so führe man sich die Tracks More Time und Interstellar Travel zu Gemüte und konstatiere, dass AEED Dr. Dre und Flying Lotus in sich zu vereinen scheint, ohne den Eindruck zu hinterlassen, er sei bloss eine Blaupause, denn AEED gibt es nur im Original. Synesthesia stampft, stottert, rüttelt und schwebt durch den Raum und lässt keinen Nacken kalt. Der EP ein Etikett anzukleben, wäre Schwachsinn. Dem einem seinen IDM, dem andern seinen Elektro und diesem seinen Pop. Jedem das seine. Wenn man nach Track 9 auf die Play-Taste drückt, um sich Synesthesia noch einmal zu geben, ist die EP vor allem eines: richtig gute Musik nämlich. Downloaden kann man AEEDs Synesthesia auf error-broadcast.com. (ruedi snare)


error-broadcast.com/index.php/releases/show/release/ebc002


Release Date: 7.8.2009






Sareem Poems - Black & Read All Over

Mello Music Group ist ein junges aufstrebendes Label aus den Staaten, das wie damals Rawkus und Stones Throw Qualitätsgarant ist. So releasen Artists wie Oddisee, Georgia Anne Muldrow, Dudley Perkins, Trek Life und Kenn Starr auf MMG. Das neuste Release aus dem Hause Mello ist das Album „Black & Read All Over“ von Sareem Poems. Der MC aus Long Beach California hat als Mitglied der LA Symphony Crew seine Sporen am Mic abverdient (damals noch als Sherlock Poems) und legt nun auf Mello Music nach. Die Beats mit den Grundzutaten Gospel, Blues, Funk und Soul gehen auf die Konti von Oddisee und Theory Hazit, zwei der wohl talentiertesten Heads an MPC, Synthesizern und Drum-Machine. Verschnaufpausen werden auf dem 17 Tracks starken „Black & Read All Over“ keine gewährt. So gehen die Beats stets straight forward in die Nackenmuskulatur und Sareem setzt in seinen Poems auf Delivery und die Liebe zur Sache („Giving hard delivery, always on the raps ticking out and the beat is killing me“, Tell It). So macht sich Poems seine Gedanken über sich und sein Umfed. Die Realität, deren Wahrnehmung und Konstitution sind feste Konstanten in seinen Lyrics („Stop sleeping on reality and staying awake“, See What Happens). Am Mic erhält Sareem Poems von Theory Hazit, LMNO, Scarub, Georgia Anne Muldrow, Pigeon John, Akil, Stro, Othello, Ragen Fykes, Ohmega Watts und Propaganda Unterstützung. (ruedi snare)


www.myspace.com/iampoems


Release Date: 17.7.2009






Kush & Jake - Kush & Jake

Sie verbringen wohl viel Zeit zusammen im Studio, denn schliesslich soll im Oktober dieses Jahres ein Album über PW Records releaset werden. Das Album wird gemäss letzten Infos K-RISMA heissen. Die Rede ist von Kush am Mic und Jake an den Beats. Wer sich für die Szene interessiert, wird beide Namen schon gehört haben. Zu Jake gibt es nicht allzu viel zu sagen: Er gehört zu den Mannen der ersten Stunde und hat wohl schon so was wie einen Legendenstatus inne. Kush ist wohl einer der talentiertesten MCs, die die einheimische Szene zu bieten hat. Seit Anfang Juli steht nun so was wie eine Resteverwertung der beiden zum freien Download bereit. Resteverwertung mag wohl ein wenig despektierlich klingen. Wer sich die 17 Tracks zu Gemüte geführt hat, wird aber bemerken, auf welch bestechend hohem Niveau diese Resteverwertung spielt. So gesehen, können Jake und Kush dank perfekter Harmonie von Beat und Rap als ein Dreamteam bezeichnet werden. Der Mann am Mic scheint die Beats geradezu inhalieren. Und deshalb hat dieses so viel Album Soul wie nur wenige andere. So geht es nicht anders, als dass man Kush zuhört, zum Beispiel wenn er sich über das Paradoxon Schweiz seine Gedanken macht (Schwiiz was isch los, Helvetia was isch los, ich spit paar Flows und schtellse grad bloss, zum Biischpiil sind Zigarettä ab 18 jetzt, bringt wirklich viel wenns um fascht jeedä Eggä Automate hätt, und sie tönd uns no immer Weed verbiäte, paradox nur sie lönd Fixerschtube wo mä Heroin ka kriäge, ich kas nöd syyloh, spit dä Fruscht in mi Mikro, ka nöd syy dass es eifacher isch als an Kokain als an Weed zchom, isch es ich weiss es denn kännmi us i dem Business, und frog eu was ihr dänkäd was kaufäd sich Kids jetzt?, also Schwiiz ich verschtand euri Politik nid, dr Grund worums vo mir wieder massewiis Kritik git) oder die Sinnfrage unseren Lebensstil betreffend stellt (Macht das alles ä Sinn?, ich gsehn d Lüüt wiä sie lääbäd und d Angscht isch in dä Auge drinn, macht das alles ä Sinn was mir mache?, ich seh 90% lääbe hüt in dr Masse, kann das alles so syy?, ich seh kei Energie d Lüüt schaffe und kaufe denn ii, sie kaufe nur damit sie kauft händ, kas chum glaube bitte Lüüt öffne euri Auge). Die Bezeichnung Resteverwertung ist auch nur deshalb ins Feld geführt worden, weil die 17 Tracks nicht auf dem offiziellen Release erscheinen werden und nach eigenen Angaben spontan entstanden seien. Andere bezeichnen solche Tracks als Outtakes. Ob man diesen Tracks nun Resteverwertung oder Appetithäppchen sagt, ist eigentlich egal. Fakt ist, sie machen Lust auf mehr und schrauben die Erwartungen, was das Solodebüt von Kush anbelangt, in die Höhe. Das Warten auf Oktober hat hiermit offiziell begonnen, auf dass die Zeit schnell zerrinne. (ruedi snare)


www.pw-records.com/kushundjake/


Release Date: 9.7.2009






Mos Def - The Ecstatic

1997 gab Dante Terrell Smith mit dem Song The Universal Magnetic sein 12inch-Debüt. Als Gast am Mic auf dem Lyricists Lounge-Release Body Rock (zusammen mit Q-Tip und Tash) und dem Bush Babees-Track Love Song erlangte Mr. Smith aka Mos Def erstmals haufenweise Aufmerksamkeit. 1999 schliesslich wurde er dank zwei LPs bereits in den Rap-Olymp gehievt. Die Rede ist von den Rawkus-Classics Black On Both Sides und Black Star (zusammen mit Talib Kweli). 2004 legt Mos Def nach. Dass er durchaus offen für Experimente ist, wusste die geneigte Zuhörerschaft ja schon seit seinem Take Off. Was der MC aus Brooklyn aber mit The New Danger in die Regale stellte, sprengte den Horizont eines durchschnittlichen Rap-Hörers aber wohl zu sehr. Die Konstante auf The New Danger (Geffen) war Mos Def und seine Lyrics. Was die musikalische Seite des Albums angelangte, wurde gefunkt, gejazzt und gehardrockt, dass die Fetzen flogen. Ein Grossteil des Albums entstand in Zusammenarbeit mit Boogie Mans Band Black Jack Johnson (leider durften wir bis heute nicht in den Genuss eines offiziellen Releases dieser Truppe um Mighty Mos kommen). So bekam der Longplayer nicht die Aufmerksamkeit, die ihm durchaus zugestanden hätte. Dieses Scheitern gemessen an kommerziellen Massstäben war wohl mit ein Grund, dass sich Mos Def nicht mehr mit seinem Label Geffen Records verstand. So befreite sich Mos 2006 mit dem Album True Magic, das über weite Strecken mehr wie eine Proberaum-Session oder ein One Take-Jam anhörte als ein echtes Album, aus den Fesseln seines Arbeitgebers. Ausserdem erschien True Magic ohne Cover und Booklet. Ob Mighty Mos Def mit dieser Aktion Geffen einen Tritt ins Schienbein versetzte oder ob sich der MC und sein Label wegen eines Leaks und vorschnellen Reaktionen auf eben diesen ganz einfach verkalkulierten, das wird wohl das Geheimnis der Beteiligten bleiben. Fest steht, dass auch True Magic seine starken Momente hatte und durchaus als ein Wegweiser für das weitere Schaffen von Mos Def gesehen werden darf.

10 Jahre nach seinem Solo-Debüt legt Mos Def mit THE ECSTATIC – seinem nunmehr vierten Soloalbum – nach. Und er geht gleich in die Vollen. Auf einem Brett von einem Beat von Oh No, der harte Gitarrenriffs mit Soundfetzen aus dem Orient und Hendrix-liken Hippie-Melodien mischt, macht Mighty Mos klar wer hier Supermagic ist. Für Verschnaufpausen beleibt keine Zeit. Auch der nächste Song Twilite Speedball (produziert von Chad Hugo) geht straight nach vorne. Und just an dem Punkt, an dem ich dachte, nö, besser kann es nicht kommen, dropt Madlib mit einem Extrakt aus seiner Beat Konducta-Serie (In India) eine perfekte Steilvorlage für Mos Def und seinen Gast am Mic Slick Rick, die die Gesellschaft kritisch beäugen und ihre Eindrücke kundtun (Soul is the lion´s roar, voice is the siren, I swing round, wring out and bring down the tyrant, chop a small axe and knock a giant lopsided – Mos Def). Symbiotischer kann Beat und MC wohl nicht sein als auf diesem Track (Auditorium). Weiter geht es mit Madlibs Indienreise und dem Track Wahid, in dem Mos seine Gedanken zum aktuellen Weltgeschehen preisgibt (The old timers say we living in the final days, gunsmoke, young folk living any kinda way, gangster holiday, gritty states a hideaway, meanwhile soldiers take it straight through their armor plate). Weiter geht es mit einem souligen Beat von Preservation und Gedankengängen über Prioritäten, bevor dann was die Rhythmen des Tracks Quiet Dog Bite Hard (abermals von Preservation produziert) betrifft ein Abstecher auf den Dancefloor naheliegt, wozu sich Mos eine Schmährede auf das wacke MCing dieser Tage vom Leib posaunt . Mit der ersten Single Life In Marvelous Times (produziert von Mr. Flash) haben auch erstmals raumfüllende Synthie-Klänge Platz auf THE ECSTATIC. Beizeichnenderweise stellt The Mighty One auf diesem Track die Antipode zum Beat und lässt seinen Gedanken zu einer Jungend ohne markantes Eigenes freien Lauf. So reiht sich Highlight an Highlight, wie der Track No Hay Nada Mas (frei übersetzt: weiter nichts, nothing else), auf dem sich Mos Def auf jazzigen Satz Drums und lateinamerikanischen Gitarrenklängen (produziert von Preservation) auf Spanisch vor sich hin philosophiert, die Intruders-Reinterpretation Pistola (Oh No am Beat), dem Duett mit Georgia Anne Muldrow (Roses) oder der (kinda like) Blackstar-Reunion auf einem wunderbar souligen Dilla-Beat (History).

Wie schon die beiden Vorgängeralben steht auch THE ECSTATIC quer in der Rap-Landschaft, wenn man sich umhört und bemerkt, wie einfältig und immer wieder gleich sich Produktionen dieser Tage anhören. Bleibt zu hoffen, dass Mos Def mit seinem auf allen Ebenen grossartigen Album nicht an dieser die Kreativität geisselnden Schallmauer scheitert. (ruedi snare)


www.myspace.com/mosdef


Release Date: 9.6.2009






Tha Connection - Love Royale

Darf ich vorstellen (?) - ach was, ich machs einfach: Hus the King Pin und Smoovth aus Long Island New York sind THA CONNECTION. Nach Releases auf Goon Trax und Domination Recordings folgt nun das Album LOVE ROYALE auf Feelin Music, dem dieser Tage sehr umtriebigen und durch qualitativ hochstehende Releases bestechenden Label aus Lausanne. Der neuste Streich des Duos aus Long Island erinnert was den Mood der Produktionen anbelangt an die 36 Kammern, dann und wann auch an den Soul aus Detroid. Was die Raps anbelangt vermögen THA CONNECTION mittels ihres Storytellings und entspannten Flows vollends zu überzeugen. Oh doch - der Untergrund lebt! Und wer daran zweifelt sollte sich LOVE ROYALE zu Gemüte führen, um auch letzte Zweifel auszuräumen. (ruedi snare)


www.myspace.com/theconnectionteam


Release Date: 5.6.2009






J Dilla - Jay Stay Paid

Am Tag seines 32. Geburtstags, dem 7. Februar 2006, erschien das grossartige Instrumental-Album Donuts. 3 Tage später starb James J DILLA Yancey an den Folgen von Lupus.

Rückblende: 1993 erschien die 12inch No Place To Go, das erste Release von Jay Dee (zusammen mit Phat Kat als 1st Down). Zwei Jahre darauf veröffentlichten die beiden ihre zweite 12inch A Day With The Homiez. Von da an ging es Schlag auf Schlag. 1996 stand der erste Longplayer von Slum Village in den Ladenregalen, 1997 war der erste Solo-Joint Tatsache, unzählige folgten, 1999 releaste Dilla als ein Teil von J-88 The Look Of Love (Remix), ein Jahr darauf folgte die EP und 2003 schloss er sich mit Madlib zusammen (Jaylib) und releaste die LP Champion Sound. Dilla Dawg war auch massgeblich an vielen Classics der Hip Hop-Geschichte beteiligt, so zum Beispiel an Beats, Rhymes & Life und The Love Movement von A Tribe Called Quest, Amplified von Q-Tip, Labcabincalifornia von The Pharcyde, Like Water For Chocolate von Common oder Voodoo von DÀngelo. Auch auf den neusten Werken von A.G., Ghostface Killah, The Roots, Phat Kat, Q-Tip, Guilty Simpson und DOOM finden sich Produktionen von J Dilla. Das Debütalbum seines jüngeren Bruders Illa J (Yancey Boys) wartet mit Beats auf, die ausschliesslich von Dilla produziert worden sind. Die vollständige Diskographie findet man auf http://www.stonesthrow.com/jdilla/discography.

Posthum - zwischen 2006 und 2008 - wurden die Solo-Alben The Shining (BBE), Ruff Draft (Re-Release auf Stonesthrow) und Jay Love Japan (Operation Unknown) veröffentlicht. Nun folgt ein nächster Lonplayer. JAY STAY PAID heisst die Scheibe, die anfangs Juni auf Nature Sounds erscheint. 28 Tracks stark ist die LP, deren Mix und Arrangement unter der Schirmherrschaft von Soulbrother #1 Pete Rock steht. J$P erinnert mich was Beats und Aufbau betrifft stark an Donuts. Die Beats auf der LP sind denn auch grösstenteils kurz vor dem Ableben von Dilla entstanden. Es finden sich aber auch ein paar ältere nicht releaste Aufnahmen auf J$P. Die Mehrzahl der Songs kommen ohne Raps aus. Gäste am Mic sind Lil Fame, Phat Kat, Danny Brown & Constantine, Black Thought, DOOM, Diz Gibran, Havoc & Raekwon, Frank Nitty und Illa J & Cue D. Als Execituve Producer figuriert neben Pete Rock, der seinen Job grossartig gemacht hat, auch Js Mama Maureen. JAY STAY PAID vermag auf Albumlänge zu überzeugen, wird für alle von DILLAs Beats infizierten Seelen ihre persönlichen Highlights in petto haben und mit Sicherheit auch zusätzliche Addicts generieren.

James Yancey Rest In Peace! (ruedi snare)


www.nature-sounds.net


Release Date: 2.6.2009






Testiculo Y Uno - Hi-Hat Club Vol. 1

Das Kölner Indie-Label Melting Pot Music vermag dieser Tage mit jedem neuen Release auf ganzer Linie zu überzeugen. So auch mit dem neusten Streich HI-HAT CLUB VOL. 1 des Beatbastler-Duos TESTICULO Y UNO (also know as Hulk Hodn und Twit One). Die beiden haben sich wohl durch Kisten voller Jazz-Releases aus den 30er-, 40er- und 50er-Jahre gediggt, um die favorisierten Parts anschliessend am MPC zu choppen, mit Hingabe und dem Sinn fürs Detail neu zusammenzustellen und mit Drum-Patterns, wie wir sie aus der Golden Era kennen, zu versehen. Et voilà! Fertig ist der Soundtrack, der für heisse Sommertage und laue Sommernächte ebenso geeignet ist wie für beissend kalte Winternächte und veregnete Herbsttage. Seite A nimmt Hulk Hodn für seine acht Beats, die einer Raum- und Zeitreise gleichkommen, in Anspruch. Seite B steht dann ganz im Zeichen von Twit Ones elf kleinen Meisterwerken. Den HI-HAT CLUB VOL. 1 wird es ausschliesslich auf Vinyl und als Download zu erstehen geben. Pre-Ordern kann man die Scheibe schon vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin, der auf Ende Mai angesetzt ist. Für Infos steuere man die Homepage von Melting Pot Music an. Wohl bekommts! (ruedi snare)


www.mpmsite.com


Release Date: 29.5.2009






Moka Only - Lowdown Suite 2 - The Box

Moka Only - Gründungsmitglied der Swollen Members - ist seit 1998 auf Solopfaden unterwegs und hat in zehn Jahren über 20 Alben releast. Mit dem Album LOWDOWN SUITE 2 - THE BOX legt der umtriebige MC und Producer aus Kanada sein sage und schreibe 23. Album in die Ladenregale. Und es sind weiterhin keinerlei Verschleisserscheinungen auszumachen. So vermag MOKA ONLY mit 18 entspannt souligen und jazzigen Produktionen und Flows auf ganzer Linie zu überzeugen und reiht auf seinem neusten Streich Highlight an Highlight. Gewisse Tracks herauszupicken, macht daher schlicht keinen Sinn. Gäste am Mic sind Bootie Brown (Pharcyde), Psy und Kissey Asplund. Enjoy! (ruedi snare)


www.myspace.com/mokaonly


Release Date: 19.5.2009






DJ Vadim - U Cant Lurn Imaginashun

Den in Kasten und festen Schematas denkenden neorotischen Realkeepern wird das neuste Release aus dem Hause VADIM wohl ebenso ein Dorn ihm Ohr sein wie den Grahlwächtern der neuen digitalen Generation, die mehr Wert auf Äusseres als auf Hörbares legen, denn der Schein soll gewahrt bleiben. VADIM ist sich so treu geblieben, wie er neue Wege geht, Schallmauern durchbricht und Wände einreist. Samples fehlen auf seinem neuen Album U CANT LURN IMAGINASHUN ebenso wenig wie Synthesizer, da wummernd bassig, dort shpährisch warm, hier blubbrig technoid. Auf bekannte Namen auf der Gästeliste verzichtet VADMIN vollständig und pflanzt instrumentale Odyseen zwischen Rap und Gesang. Dem Beat bleibt er treu. Denn der Beat ist die Grundlage. Alles andere variiert. Dub? House? Ska? Reagge? Alles Ansichtssache. Der Pressetext zum neuen Longplayer startet mit folgendem Zitat von Richard M. Nixon: If you want to make beautiful music, you must play the black and the white notes together. Und liest man weiter, stösst man in der Mitte des Textes auf ein Zitat von Albert Einstein: Imagination is more important than knowledge. VADIM fühlt, wie Farbe entsteht und geht seinen queren Weg kontinuierlich weiter. (ruedi snare)


www.djvadim.com


Release Date: 11.5.2009






Stockitown - Gäbig heiss

Da gammelten ein paar nicht releaste Tracks auf ner HD in der Schtubu vor sich hin. Und gegen Wallischertiiiitsch hat die Restschweiz ja eh nur Vorbehalte (man verstehts ja eh nicht). Weshalb also Energie und Zeit für neue Tracks, gutes Mastering und anschauliches Artwork verschwenden, um anschliessend eine CD in irgendwelche Ladenregale zu stellen, wenn man die Songs auch per freiem Download auf dem hauseigenen Internetportal an den Mann und die Frau bringen kann? Na weil das Zeugs eben doch GÄBIG HEISS ist! So hat sich Beatfanatic Spenzasequenza - Schtubu-Rocker, Bonzzajler und Kopf seines Overdub Orchestras - daran gemacht, neue jazz- und funkgeschwängerte Bomben von Beats an die 6 MCs des 11-köpfigens Kollektivs (Overdub-Liveband und Administrator bzw. Fotolaborant inklusive) zu verteilen, auf dass diese mit Raps auf Walliserdeutsch, Französisch und Portugisisch bestückt würden. Nun ist das dritten Release der Mannen aus dem Wallis für den Verkauf freigegeben. Der 20 Anspielpunkte starke Silberling hält neben einem kurzen Intro und 16 Tracks auch drei versteckte Highlights bereit, nämlich die beiden Interludes und das Outro, die allesamt grossartige instrumentale Onetake-Funk-Odyseen des Overdub Orchestras sind. Gemastert wurde GÄBIG HEISS von Tom Krüger im No Sé Studio. (ruedi snare)


www.stockitown.ch


Release Date: 4.5.2009






El Michels Affair - Enter The 37th Chamber

Die Köpfe hinter EL MICHELS AFFAIR sind Leon Michels (Saxophonist/Organist) und Jeff Silverman (Producer). Die Band hat ihre Ursprünge in Jam Sessions von Musikern der Bands The Dap Kings, Budos Band und Antibalas. Das Debütalbum Soundig Out The City erschien 2005. Nach Liveauftritten als Backingband des Wu-Tang Clans und Studioaufnahmen mit Raekwon sowie dem Release zweier 7inches entschloss sich EMA dazu, dem Clan mit Re-Interpretationen von Wu-Klassikern Tribut zu zollen. ENTER THE 37TH CHAMBER heisst das Album, dessen Titel als eine Hommage an das unvergessene Wu-Tang-Debüt Enter The Wu-Tang (36 Chambers) zu verstehen ist und die Lieberhaber des Vintage Souls der 60er- und diejenigen des Hip Hops der 90er-Jahre gleichermassen begeistern dürfte. (ruedi snare)


www.truthandsoulrecords.com


Release Date: 21.4.2009






Rize & Kronos - Orjazzm

RISE und KRONOS, zwei Beatbastler aus Lausanne, haben sich zusammen getan und das Producer-Album ORJAZZM releast. Das Wortspiel ist bezeichnend, durchaus wörtlich zu nehmen und könnte als Albumtitel treffender nicht sein. Die beiden Produzenten verzaubern die Zuhörer mit entspannten Sounds von Gitarren, Organs in allen Varianten, Flutes und Saxophonen - meist gesampelt, da und dort auch live eingespielt - und geben den Melodien mit smoothen Bassläufen und 90ties-like Drumpatterns den Groove. Am Mic finden sich Gäste aus der Schweiz, den Staaten, Frankreich und England ein. Zu den bekannten Namen wie Insight, Melodiq, Cee Know The Doodlebug (Digable Planets), Main Flow und Phyl The Ill Lyricists (Japrazz) sind aber mitnichten die einzigen Highlights am Mic. (ruedi snare)


www.myspace.com/rizekronos


Release Date: 20.4.2009






Big Tone - The Art Of Ink

Gut drei Jahre sind vergangen, seit Anthony Jackson unter seinem Alias BIG TONE sein Albumdebut auf ABB Records veröffentlichte. Der MC und Producer aus Detroit kommt diesen Frühling mit seinem Zweitling THE ART OF INK zurück ins Rampenlicht. Der aktuelle Longplayer ist zwölf Tracks stark. BIG TONE ist auf THE ART OF INK nicht nur der Mann am Mic, er hat gleich die ganze LP – sprich alle Beats – in Eigenregie produziert. Entstanden ist ein sehr souliges, sampling-basiertes Album mit tiefsinnigen Texten. Unterstützung am Mic hat sich BIG TONE von Guilty Simpson, Blu, TaRaach, Monica Blaire, L Renee und Breeze Brewin von den Juggaknots geholt. Mit THE ART OF INK hat der Mann aus Detroit ein Album-Highlight erschaffen. (ruedi snare)


www.myspace.com/bigtone


Release Date: 17.4.2009






Spooman - Irie Eye

Ah yeah er ist zurück, back on da set, Dr. Kimble aka SPOOMAN am Stizzart. Spoo rockt auf seinem neuen Longplayer IRIE EYE gewohnt geschmeidig-soulige Beats aus dem Hause TZA. Vier Jahre sind seit den letzten Outputs von Spoo ins Land gezogen. But don’t call it a comback! Mit IRIE EYE legen der Mann am Mic und der an Sampler und Drummachine ein 17 Anspielpunkte starkes Album vor, das durch die ureigenen Stärken der beiden Protagonisten zu überzeugen vermag. Nein, das Rad wird nicht neu erfunden und auch Trends wird kein Tribut gezollt. Was die Scheibe auszeichnet, ist die Liebe zur Sache von Spoo und TZA, die man fühlt, hört man sich durch IRIE EYE. Verkaufte Einheiten sind natürlich willkommen, aber im Gegensatz zu den Zeiten beim Major nur noch Nebensache. (ruedi snare)


www.spooman.ch


Release Date: 17.4.2009






Ras G - Brotha From Another Planet

Nicht einmal ein halbes Jahr ist verstrichen, seit RAS G sein Album GHETTO SCI-FI in die Regale der Plattendealer gestellt hat. Und schon legt der Beatbastler from outta space nach. Die aktuelle Odyssee heisst BROTHA FROM ANOTHER PLANET, was die Sounds auf dem Longplayer treffend charakterisiert. Es hinkt und quirlt und blubbert und raschelt und schleift und wimmert und knistert an allen Ecken und Enden. Erschienen ist die LP auf Brainfeeder, dem Label von RAS Gs Seelenverwandten Soundtüfftlers Flying Lotus. Wer sich auf das nicht eben leicht verdauliche Experiment BROTHA FROM ANOTHER PLANET einlässt, wird seine helle Freude an der dunklen Seite der Beats haben. (ruedi snare)



www.myspace.com/rasg


Release Date: 7.4.2009






Finale - A Pipe Dream And A Promise

Motor City is back on da set! Nein, sicher nicht weil Eminem gerade eben sein schnödes Comeback-Album in Ladenregale und Downloadportale gestellt hat, sondern weil FINALE ein Luftschloss baut und dazu ein Versprechen abgibt… A PIPE DREAM AND A PROMISE. Das Debütalbum des talentierten MCs aus Detroit stellt vieles in den Schatten, was dank (zu) grosser Werbebudgets über allem thront. FINALE liefert auf dem Longplayer grossartige 15 Tracks ab, die beat-technische durchaus Detroit-typisch und dennoch abwechslungsreich wie selten ein Release dieser Tage daherkommen und das Album zu einem Highlight machen (wozu FINALE mit seinem Rap, seinen Flows und Topics auch sein starkes Seines dazu beiträgt). Nicht zuletzt weil FINALE den Producern aus seiner Heimatstadt (J Dilla, Black Milk und Waajeed) Qualitätsgaranten aus anderen Gegenden der Staaten zur Seite stellt (Kev Brown, Oddisee, Khrysis 3, Flying Lotus, Slimkat, Apollo Brown, V-Tech und Nottz). Für einen der vielen Höhepunkte auf A PIPE DREAM AND A PROMISE ist aber ein Bastler aus Bern verantwortlich. So hat Dimlite das Soundgerüst für den Track Issues zusammengezimmert. Weitläufig, wie man es von Dimlite gewohnt ist, sind die Klanglandschaften auf dem Song, auf dem FINALE über Probleme und Inhalte des Lebens philosophiert. Obschon die Minderheit der Producer also nicht aus Motor City stammen, klingt A PIPE DREAM AND A PROMISE nach den unverwechselbaren Sounds aus Detroit City, dem roughen und gleichzeitig smoothen Soul, wie ihn J Dilla geprägt hat. Scheint so, als hätte FINALE beim Picken der Beats grössten Wert auf dieses Gesamtbild gelegt. Abschliessend zollt dann FINALE mit dem Track Paid Hommage (R.I.P. J Dilla) auf einem Beat von Flying Lotus (einer Re-Interpretation von Dillas Classic Fall In Love) der Legende Tribut und macht A PIPE DREAM AND A PROMISE zu einem in sich geschlossenen und vollends geglückten Hörerlebnis. (ruedi snare)


www.myspace.com/finale


Release Date: 7.4.2009






Huss und Hodn - Der Stoff, aus dem die Regenschirme sind

Und? Habt ihr euch die letzten zwei Jahre schön geschämt? Wir schrieben das Jahr 2007, als sich zwei Herren namens Kurt Hustle und Hulk Hodn mit ihrem Album „Jetzt schämst du dich“ eine gehörige Portion Aufmerksamkeit in der deutschen HipHop-Szene verschafft haben. Ihr Style war irgendwie anders und fand sofort Anklang. Denn zu jener Zeit bestand keine wirkliche Alternative zu dem „ich hau dir fester auf die Fresse wenn der Mond in mein Ghetto kracht – Rap“. Nun wurde sie wieder geboten, gepaart mit Beats, die sich anhörten, als wären sie aus den Mid-90ies importiert.
Diese zwei besagten Herren haben nun ein neues Album mit dem Titel „Der Stoff aus dem die Regenschirme sind“ an den Start gebracht. Und ja... das neue Album vermag mit Leichtigkeit an seinen Vorgänger anzuknüpfen. Die Synergien zwischen Kurts Raps und den Beats gestalten sich gewohnt optimal, weil die Tracks trotz eher sanften und relaxten Klängen nicht an Dampf und Punch verlieren. Textlich kann der Retrogott mit einem breit gefächerten „Rapertoire“ aufwarten, welches trotz eher auf Battlerap fixierten Phrasen sehr vielseitig erscheint und oftmals ein Quäntchen Weisheit enthält. Das Werk ist ein würdiger Nachfolger, welcher zeigt, dass eine spürbare Weiterentwicklung nicht unmittelbar das Umsteigen auf Synthie-Beats und R’n’B-Hooks bedingt. Die gefeaturten MC’s beschränken sich mit Noy Riches, Sylabil Spill und Audio 88 aufs Entourage-Umfeld. Fazit: Wer tiefsinnigen Battle-Rap mag, ist mit diesem Release gut bedient und erwirbt ein Album, das definitiv auch beim zweiten Durchhören noch Freude bereiten wird. (zaid)


www.huss-hodn.de


Release Date: 27.3.2009






Dabu Fantastic - Agglo Disco

Ende 2007 stellten DABU FANTASTIC ihre Swing-EP in die CD-Regale, ernteten dafür Lob von allen Seiten und strapazierten gleichzeitig festgefahrene Klischees was Rap-Musik und deren Protagonisten anbelangt aufs Äusserste. Nun legen Dabu, Djohn und DJ Arts mit dem Release von AGGLO DISCO nach. Wie der Albumtitel schon erahnen lässt, werden auch mit diesem Album keine gängigen Weltanschauungen gefestigt. Drück auf die Play-Taste und dir werden Beats mit Anleihen von Funk, House, Reagge, Blues und Soul, sowie Raps mit genre-untypischen Inhalten wie Jack Johnson oder das Erwachsenwerden und andere Gedanken-Odysseen in die Ohrmuscheln klatschen. So vermag das 13 Tracks starke Album musikalisch wie auch textlich auf ganzer Linie zu überzeugen. (ruedi snare)


www.dabufantastic.ch


Release Date: 27.3.2009






Fleur Earth Experiment - Soul Des Cabots

2008 hat Madame Mouanga aka FLEUR EARTH auf der EP Skurreal dank unvergleichlich souliger Stimme und Beats von Hulk Hodn, The Ins und Twit Uno auf ganzer Linie überzeugt. Nun legt sie mit 5-köpfiger Band im Rücken nach. Das Kollektiv FLEUR EARTH EXPERIMENT stellt SOUL DES CABOTS in die Ladenregale der Plattendealer und stielt mit einem einzigartigen Mix aus Soul, Funk, Dub und Rock, der im Endeffekt mehr Hip Hop ist als viele Releases in eben jener Schublade, so manchem MC mit bösem Blick und synthetischen immer gleich klingenden Beats die Show. FLEUR EARTH besticht mit ihrem ureigenen Sinn für Lyrics und vermag Gefühlen mit Worten Ausdruck zu verleihen, was SOUL DES CABOTS zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk macht. Definitiv ein frühes Highlight für 2009. (ruedi snare)


www.mpmsite.com


Release Date: 20.3.2009






Oddisee - Oddisee 101

Amir ODDISEE Mohamed, MC und Producer aus Washington DC mit Wurzeln im Sudan, ist Teil der Low Budget Crew um Kev Brown, Cy Young und Kenn Starr. Seit 1999 ist er mit dem Virus Hip Hop infiziert. Spätestens seit dem Feature auf Jazzy Jeffs Magnificent-LP ist ODDISEE nicht mehr nur den Crate Diggern ein Begriff. Ende 2008 hat er den Longplayer ODDISEE 101 auf CD und als Download veröffentlicht. Nun stellt er Auszüge dieses Releases auf einer 7 Tracks starken Vinyl-EP in die Plattenläden. Diese EP vermag von A bis Z zu überzeugen. Sowohl die souligen Beats, die meistens in Eigenregie entstanden, als auch die intelligenten Raps und smoothen Flows vermögen auf ganzer Linie zu überzeugen. Wer sich die EP holt, wird die Finger kaum vom Album lassen können, auch wenn dieses leider nicht auf Vinyl gebannt wurde. (ruedi snare)


www.myspace.com/oddisee720


Release Date: 16.3.2009






DOOM - Born Like This

Daniel Dumile aka Zev Love X, seines Zeichens Gründer der legendären KMD, zog sich nach dem Tod seines Bruders (ebenfalls KMD-Mitglied) 1994 aus dem Rap-Business zurück. 1997 kehrte er als der Mann hinter der eisernen Maske zurück und releaste 1998 Operation Doomsday. 11 Jahre später streicht Dumile das MF aus seinem Künstlernamen und legt als DOOM seine dritte Solo-LP BORN LIKE THIS nach. Dazwischen veröffentlichte er MM..Food (von den Releases als King Geedorah und Viktor Vaughn und Kollabos mit Madlib und Dangermouse ganz zu schweigen). DOOM geht seinen Weg kompromisslos weiter. So vermag er auf BORN LIKE THIS mit seinen ureigenen Flows, seinem Storytelling und seinen unverkennbaren Samplingkünsten erneut zu überzeugen. (ruedi snare)


www.myspace.com/mfdoom


Release Date: 12.3.2009






Pax & Pry - A day off

PAX & PRY, MC & Beatmaker. 2007 releasten die beiden Heads aus den Niederlanden ihre erste LP (A Day At The Office), limitiert auf 300 von Hand nummerierte Exemplare. Knapp 2 Jahre später geht die Story nun in die nächste Runde. A DAY OFF heisst der Nachfolger, ebenfalls auf 300 Stück limitiert und handnummiert. 14 verspielt-soulige, vertrackt-jazzige Songs stark ist das Album, progressiv und doch smooth, mit versteckten Finessen bestückt, so dass auch nach dem x-ten Durchhören - was in diesem Falle übrigens problemlos am Stück möglich ist - immer wieder neue Raffinessen auffallen und Langweile nicht in Hörweite ist. Ausserdem haben PAX & PRY auf ihrer Hompage eine Überraschung der ersten Güteklasse zum Download bereitgestellt. Better check it out! (ruedi snare)


www.paxandpry.com


Release Date: 7.3.2009






Exile - Radio

Exile – Wurzeln in Italien, geboren in San Diego, wohnhaft in LA, produziert Beats seit 1995, zusammen mit Aloe Blacc bekannt als Emanon – veröffentlichte eben sein zweites Soloalbum RADIO. Der Titel ist Programm. So hat EXILE mit Samples, die er ausschliesslich aus Sendungen und Berichten lokaler Radiosender – sei es nur ein Störgeräusch, ein Rauschen, ein Raunen, ein Wort, eine Harmoniefolge oder ein einzelnes Instrument – gezogen, mit Kompressoren und anderen Effektgeräten bearbeitet und seinem MPC zu Soundcollagen verarbeitet hat, ein Album wie kein zweites geschaffen. EXILEs RADIO ist einzigartig in seiner Machart, Wirkung und Detailverliebtheit und lässt den Hörer immer und immer wieder neue Aspekte und Gesichtspunkte in den Beats entdecken. (ruedi snare)


www.myspace.com/alexile


Release Date: 27.2.2009






Chocolococolo - Chocolococolo

CHOCOLOCOCOLO, seines Zeichens Mundartist, der sich – wie er dies im Track SCHWENGER kund tut – nicht als Teil der Szene sieht. Sein Solodebüt passt denn auch weder soundtechnisch noch textlich in gängige Schemata von dem, was mehr oder weniger Interessierten als Rap oder Hip Hop verkauft wird. Mal soulig, dann wieder dubig technoid, nie aber so wie die anderen, die Texte mal philosophisch, immer aber entwaffnend persönlich. Und wenn uns CHOCOLOCOCOLO im Track GOHINDA erklärt, wir müssten alle de Kreyslouf durbräche, uf Guäts folgt Guäts, uf Schlächts folgt Schlächts, jetzt figg mol uf din Schtolz und gibem Schlächtä nume no Guäts zrügg, dann hat er Recht. (ruedi snare)


www.myspace.com/chocolococolo


Release Date: 20.2.2009






Onra - 1.0.8

Auf Chinoiseries, dem Vorgänger zum aktuellen Album, arbeitete ONRA, der Mann aus Paris, der seine Wurzeln in Asien hat, ausschliesslich mit chinesischen und südostasiatischen Klangschnipseln. Auf seinem neusten Streich 1.0.8 richtet ONRA seinen Fokus nun auf Bollywood/Indien. Erstaunliche Klangwelten klatschen dem geneigten Zuhörer da in die Ohrmuscheln, wiegen hin und her und rollen auf und ab, mal smooth, dann wieder grotesk, eine Reise durch Raum und Zeit, oder - um es in den Worten von Hartmut Engler zu sagen: Komm mit mir ins Abenteuerland. (ruedi snare)




www.myspace.com/onra


Release Date: 13.2.2009






Myka 9 - 1969

Sein erstes Release liegt nun geschlagene 18 Jahre zurück. Er ist Gründungsmitglied der legendären FREESTYLE FELLOWSHIP. Heute zieht er solo oder als ein Teil von HAIKU D ETAT durch die Lande. Die Rede ist von MYKA 9 oder MYKANYNE. Der Pionier aus Kalifornien legt mit dem Album 1969 einen sehr abwechslungsreichen ersten Gradmesser für kommende Releases in diesem Jahr vor. 1969 besticht durch MYKAs ureigenen Umgang mit Worten, mal schnell wie aus der Pistole geschossen und doch gestochen scharf, mal laid back soulig und dann wieder mehr die Sparte Spoken Word bedienend. Die Beats stammen allesamt aus der Feder von Factor. Dieser lässt in den meisten Fällen funky Drums auf Samples aus allen nur erdenklichen Genres treffen. (ruedi snare)


www.myspace.com/mykanyne


Release Date: 20.1.2009






DJ Signify - Of cities

Gut vier Jahre sind vergangen, seit DJ SIGNIFY sein letztes Album veröffentlichte. Nun ist der Mann aus Brooklyn zurück. Mit OF CITIES, dem Follow-Up zu Sleep No More, stellt SIGNIFY seinen neusten Streich in die Ladenregale. Das Album kommt beinahe gänzlich ohne Vocals aus. Lediglich Aespo Rock und Matt Kelly geben sich die Ehre. Ansonsten nimmt SIGNIFY Interessierte mit auf eine Reise in seinen weitläufigen und düsteren Soundkomsos. Nicht zu wenig Reverb auf der Snare ist keine Ausnahme. Diese - in Form knochentrockener Drums - folgt sogleich und bestätigt die Regeln. Was den Umgang mit Samples betrifft, lässt DJ SIGNIFY Erinnerungen an die Herren Krush und Shadow aufkommen. (ruedi snare)



www.bullyrecords.com


Release Date: 20.1.2009






E.d - The Cirkus Part.2

„The Cirkus Part.2“ ist nicht mehr so frisch aufm Teller wie Köhler am Nordatlantik. Die Instrumental-LP von Beatbastler E.d ist im Januar dieses Jahres erschienen. Der Weg zum heimischen Vinyl-Dealer wurde indes erst im August angetreten. Da tauchte der Longplayer in den Regalen an der Ankerstrasse in Zürich auf. Das Cover stach mir sofort ins Auge, als ich mich auf der Homepage durch die Vinyl-News klickte. Sogleich stellte sich mir zwei Fragen: Zum einen „Who the f**k is E.d?!“ und zum andern „What the hell is 7 Gates Records?!“. Noch nie gehört von dem Typen. Und auf den Myspace-Accounts des Artists wie auch des Labels wird mit Infos regelrecht gegeizt. So beschloss ich, eine offensive Strategie zu fahren und beim Label anzufragen, ob ich wohl so ein Teil bekommen könnte, egal ob in Form eines Downloads oder „in Echt“. Eine Woche später hatte ich Post. Nicht Inbox, sondern Briefkasten. Nicht klein, sondern gross. Schwarzgold. Also ab zu den Turns, Verstärker an und ab damit. Knister. „The Cirkus Part.2“ ist sechszehn Anspielpunkte stark. Soul und Jazz sind die Basics. Aber auch Folk, Soundtracks, Funk und Rock aus den 70ern musste herhalten, um geflippt und anschliessend mit einem Satz Drums versehen zu werden. „For fans of Madlib, J Dilla etc.“ steht auf der Packungsbeilage, die dem Release von Michel, einem der Jungs an der Theke im Ladenlokal unweit des Bezirksgebäudes im Chreis 4, ausgestellt wurde. Michel hat durchaus recht. Im kurzen Pressetext von 7 Gates Records wird E.d aber „HIS way of music“ attestiert. Und auch dieses Attribut trifft ins Schwarze, denn eine Kopie anderer Releases mit den Stempeln „Hip Hop“ und „Instrumental“ ist „The Cirkus Part.2“ beleibe nicht. Mittlerweile stehen zwei Exemplare in meinem Plattenregal, denn die 20 Franken sind mir die Beats von E.d allemal wert.


www.7gatesrecords.com/


Release Date: 1.1.2009






The Tones - Dreamtalk

Ist die Rede von DREAMTALK, dem aktuellen Longplayer des Bay Area Duos THE TONES, dann werden Retro und Suhn, die beiden Heads hinter dem Projekt, mit klingenden Namen wie Slum Village, A Tribe Called Quest oder Blackstar verglichen. Dies mag ein wenig verwegen klingen, aber solche Vergleiche sind nicht einfach aus der Luft gegriffen. Die Raps bestechen durch relaxte Flows und Storytelling und die Beats wecken Erinnerungen an den Sound aus Detroit, vor allem derjenige von J Dilla. Was die Message des Albms betrifft, so ist der Titel DREAMTALK durchaus wörtlich zu nehmen. Retro und Suhn erzählen von ihren Träumen. Die Lyrics erinnern an die positiven Raps der 90er Jahren, wie wir es aus dem Native Tongues-Umfeld kennen. (ruedi snare)



www.myspace.com/thetonesblacktierecords


Release Date: 15.12.2008






La Fine Equipe presente - La Boulangerie Part 1

Die Beatbastler rund um den Globus sind fleissig wie nie, allen voran Oxnard, Detroid, Los Angeles, Japan und Südamerika. Aber auch Europa schläft nicht. So erreichte uns dieser Tage ein Release aus dem Hause LA FINE EQUIPE. Diesem Konglomerat gehören die Herren Blanka, Oogo, Mr.Gib, Mattic and Chomsky an. Aber auch Creestal, Mister Modo, Onra und Quetzal haben diesem Projekt ihr Stück Patisserie beigesteuert. Inspiration war wohl neben dem Soul und Jazz aus den 70ern vor allem J Dillas Umgang mit Samples und Sounds. Der erste Teil von LA BOULANGERIE macht definitv Appetit auf mehr Süsses der Beatpatissiers aus Frankreich. Bis dahin müssen wir Ogoos SABLE FRAISE, Chomskys TARTE AU CITRON und Quetzals BABA AU RHUM die Zeit vertreiben. Bon Appétit! (ruedi snare)


www.myspace.com/laboulangeriealbum


Release Date: 5.12.2008






Ras G & The African Space Program - Ghetto Sci-Fi

Detroid, Japan und Poobah Records sind die Epizentren der neuen Beats. RAS G ist Teil der zuletzt genannten Splittergruppe und versammelt um sich Beatbarden wie Mr. Dibiase, Samiyam, Nobody, Flying Lotus, The Gaslamp Killer, Black Monk oder auch den Berner Soundtüfftler Dimlite. Mit GHETTO SCI-FI veröffentlicht RAS G nun sein erstes offizielles Album. Die Soundspektren sind breit. Jazz-Extrakte und Spacecake-Synthies treffen auf brachiale Bässe und Kicks. Was man hier zu hören bekommt, ist sowas wie der Blick, den man in die Ferne schweifen lässt. Wer sich darauf einlässt, wird sich frei fühlen. Was für ein eigenartiges Gefühl. (ruedi snare)



www.myspace.com/rasg


Release Date: 21.11.2008






John Robinson & MF Doom - Who is this man?

Who is this man? JOHN ROBINSON? Nie gehört. Oder doch? Hm. Ach, von diesem JOHN ROBINSON ist die Rede. Er ist Teil der Crew SCIENCE OF LIFE und wird dem einen oder andern unter seinem Alias LIL SCI eher in Begriff sein. Eben dieser Mr. Robsinson hat 13 Beats aus dem Hause DOOM gepickt. Der Mann mit Maske und Fingern aus Metall hat dem MC aus New Jersey Soundkonstrukte auf den Leib geschneidert. Experimente werden keine gemacht. DOOM hat seinen ureigenen Style im Umgang mit Soul-, Jazz- und Soundtrack-Samples ausgepackt und LIL SCI ist mit seiner hellen rauchigen Stimme der perfekte Gegenpol zum DOOMschen Kosmos. (ruedi snare)


www.myspace.com/thejohnrobinsonproject


Release Date: 7.11.2008






Illa J - Yancey Brothers

ILLA J? Er ist der kleine Bruder von J Dilla. Ein D weniger und das J nicht Action sondern Cut. Quasi. Wem dieser Erklärungsansatz ein wenig zu abstrakt ist, dem sei folgendes gesagt: Das Album von ILLA J heisst YANCEY BROTHERS. Und tatsächlich, die gesamte LP ist von Dilla produziert. Jetzt nur noch die Nadel in die Rille legen und ab geht die Reise in Dillas Vergangenheit und die Gegenwart von ILLA J. Die Beats sind – wie man es nicht anders erwarten konnte? – ein weiteres grosses Kapitel von Jay Dee. Und sein kleiner Bruder? Der macht seine Sache mehr als gut, ist keine blosse Kopie von Dilla am Mic und bündelt dessen soulige Sounds in relaxten Flows und Storytelling vom feinsten. (ruedi snare)


www.myspace.com/illajmusic


Release Date: 4.11.2008






Q-Tip - Live At The Renaissance

Oh yes he’s back! Nach seinem Solo-Debut AMPLIFIED vor neun Jahren hat Q-TIP aka KAMAAL THE ABSTRACT mit der gleichnamigen EP 2002 auf sich und sein neues Projekt aufmerksam gemacht. Für zu wenig erfolgversprechend weil nicht dem Mainstream und seinen Trends entsprechend befand Arista Records die Songs von Q-TIP. Vor etwa einem Jahr ist dann ein Bootleg von LIVE AT THE RENAISSANCE aufgetaucht. Ein Jahr später steht nun THE RENAISSANCE in den Regalen, klingt aber nicht wie das Bootleg, sondern besticht durch brandneue, soulig-smoothe Songs, vom Meister selber mit seinen ureigenen Flows veredelt. Definitiv eines der Highlights des Jahres. (ruedi snare)


www.myspace.com/qtip


Release Date: 31.10.2008






Mighty Underdogs - Droppin Science Fiction

We’re not keepin it real cause we’re droppin science fiction! Dies machen Gift Of Gab, Lateef und Headnodic aka THE MIGHTY UNDERDOGS im Song Hands In The Air klar. Aktuelle Erfolgsrezepte anderer Acts, sind kein Massstab. Die drei MCs machen, was ihnen gefällt. Und was ihnen gefällt, das sind Beats mit Funk im Tank, wie dies ein gewisser Shape vom Dynamischen Duo ausdrücken würde. Es groovt an allen Ecken und Ende auf DROPPIN SCIENCE FICTION. So gesehen ist das Album der MIGHTY UNDERDOGS Retrofiktion, oder so was in die Richtung. Mit DROPPIN SCIENCE FICTION haben die Herren ein sehr abwechslungsreiches, eigenständiges an den Start gebracht. Erschienen ist die Scheibe über Definitive Jux Records. (ruedi snare)


www.myspace.com/themightyunderdogs


Release Date: 14.10.2008






Sweatshop Union - Water Street

Sie gehören zu den bekanntesten Protagonisten an Mic, Turntabels und MPC Kanadas. Mit WATER STREET stellen die Mannen von SWEATSHOP UNION ihren mittlerweile fünften Longplayer in die Ladenregale der Plattendealer (leider nur als Silberling, nicht auf Schwarzem Gold, was meine Kenntnisse betrifft). Dieses Werk ist ohne den Hidden Track aber inklusive der Skits 23 Anspielpunkte stark und besticht durch sehr soulige Produktionen. Andere würden die Scheibe wohl als laid back charakterisieren, was aber meist den fahlen Beigeschmack von Langweile miteinschliesst, was im Falle von WATER STREET nicht zurtrifft. SWEATSHOP UNION ist es gelungen, mit dem Release von WATER STREET für ein Highlight des Jahres zu sorgen. (ruedi snare)


www.myspace.com/sweatshopunion7


Release Date: 14.10.2008






Fleur Earth - Skurreal

FLEUR EARTH - Erdenblume. Oder vielleicht besser die Blume Planet Erde, Leben mit Seele, ein wenig skuerreal. SKURREAL heisst auch das Album-Debut der Sängerin aus Köln, wo sich FLEUR EARTH nach ihrer Jugendzeit in der DDR und dem Umweg über ihre Heimat - dem Kongo - niedergelassen hat. Ihre Musik bezeichnet sie selbst als Strassensoul. Ihre Stimme umfasst nicht mehrere Oktaven, sondern zeichnet sich durch Charakter und Lebensnähe aus und die Beats erinnern an den neuen Soul von Loopdiggern wie Madlib oder Jneiro Jarel. Mit SKURREAL gelingt es FLEUR EARTH, Soul auch auf Deutsch Leben einzuhauchen, wie dies zuvor nur Max Herre zustande brachte. (ruedi snare)


www.mpmsite.com


Release Date: 10.10.2008






Madlib - WLIB AM: King Of The Wigflip

Pete Rock, Marley Marl, DJ Spinna, Will.I.Am und J Dilla haben vorgelegt, jetzt legt MADLIB The Bad Kid nach und wird mit dem aktuellen Album Teil der Beat Generation. Dass Madlib ein Beatbarde erster Güteklasse ist, wird niemand abstreiten wollen. Nichts desto trotz wird dem einen oder anderen ein Stern vom Herzen fallen, wenn er nach dem Drücken der Play-Taste feststellen wird, dass der Mann aus Oxnard neben seinen Eskapaden als Beatkonducta, Quasimoto oder Jackson Conti noch immer im Stande ist, geradelinige Beats zu bauen, um diese mit straighten Raps von MCs wie Talib Kweli, Guilty Simpson oder Prince Po zu veredeln. (ruedi snare)



www.stonesthrow.com


Release Date: 29.9.2008






People Under The Stairs - Fun DMC

Darf ein Rap-Album Ende 2008 noch so klingen, wie FUN DMC klingt? Sicher nicht, werden sich all diejenigen sagen, die dank ihrer Baggies auf den eigenen Schritt stehen und allabendlich für jeden ihrer Dunks eine Kerze anzünden, um danach ihren Abscheu auf Backpacker zu beichten. Von allen True School Homies werden sie dafür Spott und Hohn ernten. Thes One und Double K wird dies egal sein. Sie halten ihr Niveau über dem Durchschnitt und den Ball flach. Wer den Funk in seinen Venen pulsieren spürt, für den wird auch der neuste Streich des Duos aus LA das Highlight des Jahres sein. (ruedi snare)



www.golddust-media.com/FunDMC/soulstrut


Release Date: 26.9.2008




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